Pläne für ein tschechisches Atomkraftwerk nahe der Grenze zu Sachsen haben für eine kontroverse Debatte im Landtag gesorgt. Vertreter von Grünen, Linken und der SPD sprachen sich vehement gegen das Vorhaben aus. Die AfD outete sich als Anhänger der Kernkraft und würde am liebsten auch Atomkraftwerke in Sachsen errichten. Die CDU warnte vor Alarmstimmung, denn nach jetziger Planung werde das Kernkraftwerk Tušimice etwa 16 Kilometer von der Grenze entfernt erst ab 2038 Strom liefern, hieß es.
Tschechien hatte im Mai über die Pläne informiert. Konkret geht es um ein sogenanntes SMR-Kernkraftwerk. Das Kürzel steht für Small Modular Reactor - Kernreaktoren mit einer reduzierten elektrischen Leistung, die einzeln oder im Verbund mehrerer Einheiten betrieben werden können. An dem geplanten Standort in Tušimice beim Chomutov befindet sich aktuell noch ein Braunkohlekraftwerk. Es soll um das Jahr 2030 vom Netz genommen und abgerissen werden. Der Bau des Kernkraftwerkes soll 2034 beginnen.