Die Zahl der Todesfälle durch Alkohol ist in den vergangenen Jahren in Sachsen stetig gestiegen. 2017 starben 1009 Männer und Frauen infolge von Alkoholkonsum, bis 2021 erhöhte sich die Zahl auf 1149. Das geht aus dem neuen Drogen- und Suchtbericht der Landesregierung hervor. Er wurde am Dienstag in Auerbach im Vogtland vorgestellt. Alkohol bleibt demnach hierzulande Suchtproblem Nummer eins. Dem Bericht zufolge war zuletzt bei etwa 420.000 Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren der Alkoholkonsum riskant. Das entspricht etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Besonders fatal ist es Experten zufolge, wenn Frauen während der Schwangerschaft zur Flasche greifen.
Rauschtrinken und riskanter Konsum sei auch unter Frauen in Sachsen weit verbreitet, heißt es in dem Bericht. Während der Schwangerschaft kann dies die Entwicklung ungeborener Kinder beeinflussen und zu lebenslangen Schäden und Verhaltensauffälligkeiten führen. Fachleute sprechen von Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD). Dies sei die häufigste Ursache für eine angeborene, lebenslange Behinderung. Berechnungen zufolge werden im Freistaat jedes Jahr 500 bis 600 Kinder mit FASD geboren. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bezeichnete diese Zahlen als «besonders tragisch».