Das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) hat das neue Statistische Jahrbuch der Tschechischen Republik 2025 vorgelegt – eine umfassende Publikation, die zentrale Daten aus Wirtschaft, Demografie und Gesellschaft bündelt. Die bereits 33. Ausgabe seit Gründung des unabhängigen Staates knüpft an die früheren Veröffentlichungen aus der Zeit der Tschechoslowakei an, teilte die Newssite Tschechien.News mit.
Wie ČSÚ-Vorsitzender Marek Rojíček betont, setzt die moderne amtliche Statistik zunehmend auf digitale Innovationen: „Wir nutzen eine breite Palette neuer Werkzeuge, verfolgen Trends und versuchen, diese möglichst verständlich und zugänglich umzusetzen. Immer mehr Daten stehen als Open Data bereit, ergänzt um Online-Datenbanken, Anwendungen und ein Geoportal. Wir sind in den sozialen Medien aktiv und veröffentlichen sowohl populärwissenschaftliche als auch wissenschaftliche Fachzeitschriften. Dennoch bleibt die Bedeutung des Statistischen Jahrbuchs bestehen, da es alle wesentlichen und verlässlichen Informationen in komprimierter Form zusammenführt.“
Die aktuelle Ausgabe dokumentiert vor allem die Entwicklungen des Jahres 2024. Die Bevölkerung in Tschechien erreichte zum Jahresende rund 10,91 Millionen Menschen, etwa 9.000 mehr als im Vorjahr – der zweitniedrigste Zuwachs der vergangenen zehn Jahre. Zwar verzeichnete das Land mit 121.800 Zuwanderern den dritthöchsten Wert seit dem Zweiten Weltkrieg, dem stand jedoch ein ungewöhnlich hoher Wert an Auswanderern (85.000 Personen) gegenüber. Hauptgrund war der Ablauf der Aufenthaltsgenehmigungen von Ukrainern, die ihren temporären Schutzstatus nicht verlängerten.
Gleichzeitig fiel die Geburtenzahl auf ein historisches Tief: Nur 84.300 Kinder kamen zur Welt. Mit einer Gesamtfruchtbarkeitsrate von 1,37 Kindern pro Frau erreichte das Land den niedrigsten Wert seit 18 Jahren. Positiv entwickelte sich dagegen die Lebenserwartung, die auf 77,2 Jahre bei Männern und 83,1 Jahre bei Frauen stieg. Die Wirtschaft in Tschechien legte 2024 leicht zu: Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 1 %. Im Jahresverlauf verstärkte sich das Wachstum – im vierten Quartal lag es bei 1,8 % im Jahresvergleich und 0,7 % im Quartalsvergleich. Die Verbraucherpreise erhöhten sich um 2,4 %, der niedrigste Wert seit 2018. Durch die sinkende Inflation stiegen die Reallöhne wieder deutlich an: Die durchschnittliche Bruttomonatsvergütung der Beschäftigten wuchs nominell um 7,1 %, real um 4,6 %.
Das Jahrbuch enthält zudem überarbeitete Tabellen unter anderem zur Leistungsentwicklung im Straßen- und Bahnverkehr, zur IT-Nutzung an Grundschulen, zu Ärztegehältern sowie zu Zahlen über Menschen mit Behinderungen und die von ihnen genutzten Unterstützungsformen. Die Kapitel im Bereich Kultur wurden erweitert und bieten nun zusätzliche Daten zu Besucherzahlen kultureller Einrichtungen, zu Kulturausgaben der Haushalte und zur Programmstruktur im Radio- und Fernsehrundfunk.
Das Statistische Jahrbuch der Tschechischen Republik 2025 steht auf der Webseite des ČSÚ (CZ) kostenlos zur Verfügung.