Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben die tschechische Verteidigungsplanung tiefgreifend verändert. Unter Premierminister Petr Fiala (ODS) war Tschechien auf einem klaren Modernisierungskurs mit Zielmarken für einen deutlichen Haushaltsaufwuchs. Der Regierungswechsel Ende 2025 unter Andrej Babiš hat diesen Kurs jedoch infrage gestellt. Das teilte die Konrad Adenauer Stiftung in einer Analyse mit.
Vorheriger Kurs und Ziele
Die Fiala-Regierung hatte sich verpflichtet, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des BIP anzuheben, davon 3,5 Prozent für militärische Fähigkeiten und 1,5 Prozent für sicherheitsrelevante Infrastruktur wie Logistik und Cybersicherheit. Ein nationales Stufenmodell sah jährliche Zuwächse um 0,2 Prozentpunkte bis 2030 vor, mit einem Etappenziel von drei Prozent des BIP. Generalstabschef Karel Řehka forderte zudem einen Personalaufwuchs der Armee von aktuell rund 28.000 auf dann 37.500 Soldaten sowie umfassende Modernisierungsschritte.