Der 76. Sudetendeutsche Tag fand erstmals in der Tschechischen Republik statt – in Brünn. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft bezeichnete das Treffen als historischen Schritt in den Beziehungen zwischen Tschechen und Sudetendeutschen und als Ergebnis eines langjährigen Dialogs und gewachsenen gegenseitigen Vertrauens. Vertreter aus Politik und Region empfingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als willkommene Gäste in der Stadt.
Dem Hauptprogramm am Sonntag gingen katholische und evangelische Gottesdienste voraus. Die Hauptversammlung wurde traditionell mit dem Einzug von Fahnenträgern in Trachten eröffnet. Reden hielten unter anderem Landsmannschaftssprecher Bernd Posselt, Brünns Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková sowie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Bayern gilt seit Jahrzehnten als Schutzpatron der vertriebenen Sudetendeutschen.
Die Vertreibung der Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde als schmerzliche Trennung eines einstigen Zusammenlebens beschrieben. Zugleich betonten die Veranstalter, dass die Sudetendeutschen nun friedlich in Brünn empfangen worden seien – und riefen dazu auf, das Treffen als Gelegenheit für neue Brücken und eine gemeinsame europäische Zukunft zu nutzen. Zum Abschluss der Hauptversammlung erklangen die tschechische, die bayerische, die deutsche und die europäische Hymne. Seit 2022 gehört die tschechische Nationalhymne fest zum Programm – damals erstmals gespielt und von Posselt als Zeichen gegenseitiger Freundschaft bezeichnet.