Die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands hinterlassen auch in Tschechien Spuren. Das berichtet die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer. Die deutsche Industrie- und Handelskammer hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,3 Prozent gesenkt – noch zu Jahresbeginn war ein dreimal so hoher Wert erwartet worden. Als Ursachen nennt die Kammer langfristige strukturelle Probleme sowie die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. Für Tschechien ist Deutschland mit rund einem Drittel des gesamten Exports der wichtigste Handelspartner. Zu Jahresbeginn sanken die tschechischen Ausfuhren nach Deutschland im Jahresvergleich um rund 30 Milliarden Kronen.
Dennoch zeigen viele tschechische Unternehmen Resilienz. Laut der Deutsch-Tschechischen Handelskammer bewerten zahlreiche Betriebe ihre eigene Lage inzwischen optimistischer als ihre westlichen Partner. „Wir sehen, dass sich die hiesigen Firmen auf andere Absatzmärkte orientieren und neue Handelspartner suchen", sagte Kammersprecher Christian Rühmkorf. Investitionen in Tschechien steigen demnach wieder – nach acht Jahren –, während sie in Deutschland weiter sinken.