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Deutsche Wirtschaftskrise: Tschechien sucht neue Märkte

Deutsche Wirtschaftskrise: Tschechien sucht neue Märkte
Symbolbild Export / pixabay StockSnap
Von: News aus Tschechien
Die anhaltenden Wirtschaftsprobleme Deutschlands machen auch tschechischen Unternehmen zu schaffen. Viele reagieren mit Diversifizierung und suchen neue Absatzmärkte – mit zunehmendem Erfolg.

Die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands hinterlassen auch in Tschechien Spuren. Das berichtet die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer. Die deutsche Industrie- und Handelskammer hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,3 Prozent gesenkt – noch zu Jahresbeginn war ein dreimal so hoher Wert erwartet worden. Als Ursachen nennt die Kammer langfristige strukturelle Probleme sowie die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. Für Tschechien ist Deutschland mit rund einem Drittel des gesamten Exports der wichtigste Handelspartner. Zu Jahresbeginn sanken die tschechischen Ausfuhren nach Deutschland im Jahresvergleich um rund 30 Milliarden Kronen.

Dennoch zeigen viele tschechische Unternehmen Resilienz. Laut der Deutsch-Tschechischen Handelskammer bewerten zahlreiche Betriebe ihre eigene Lage inzwischen optimistischer als ihre westlichen Partner. „Wir sehen, dass sich die hiesigen Firmen auf andere Absatzmärkte orientieren und neue Handelspartner suchen", sagte Kammersprecher Christian Rühmkorf. Investitionen in Tschechien steigen demnach wieder – nach acht Jahren –, während sie in Deutschland weiter sinken.

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Ein Beispiel für erfolgreiche Anpassung ist die Bosch Group in České Budějovice, wo rund 3.500 Mitarbeitende Teile für Fahrzeuge produzieren. Landeschef Milan Šlachta verwies auf Wachstum im Bereich Elektromobilität, das Rückgänge aus der traditionellen Produktion teilweise kompensiere. Als Standortvorteile Tschechiens nannte er geringere Lohnkosten und flexibleres Arbeitsrecht.

Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček betonte die Bedeutung der Diversifizierung: „Deutschlands Wirtschaft ist trotz seiner Probleme enorm leistungsfähig. Aber es ist notwendig, das Risiko zu streuen." Deutschland bleibt der größte ausländische Investor in Tschechien. Ende März kündigte Daimler eine Investition in ein neues Werk in Cheb an – mit Fokus auf schwere Nutzfahrzeuge und alternative Antriebe. CzechInvest-Chef Jan Michal nannte die Ansiedlung einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der tschechischen Automobilindustrie.

Die tschechische Wirtschaft selbst soll in diesem Jahr um rund zwei Prozent wachsen – weniger als ursprünglich erwartet. Entscheidend für den weiteren Verlauf dürften vor allem die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die globalen Lieferketten und Energiepreise sein.

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