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Wie sicher ist der Wiener Platz in Dresden mit der neuen Citywache?

Die Citywache am Wiener Platz. Fotos: Ulf Mallek
Die Citywache am Wiener Platz. Fotos: Ulf Mallek

Am Wiener Platz kämpfen Händler und Polizei seit vielen Jahren gegen Drogenhandel und ein hohes Unsicherheitsgefühl. Die Probleme sind trotz einer neuen Citywache der Polizei nicht wirklich verschwunden.

"Der Wiener Platz in Dresden hinterm Hauptbahnhof? Dort würde ich nie allein einkaufen gehen, im Dunklen schon gar nicht. Dort treiben sich doch nur Kriminelle und Drogenhändler herum." Das sagte eine Touristin aus Bremen, die an ihrem eigenen Hauptbahnhof ja sicher einiges gewöhnt ist. Tatsächlich ist der Ruf des Wiener Platzes in Dresden nicht der beste. Ist das heute noch gerechtfertigt, da seit über einem halben Jahr dort eine Citywache der Polizei installiert wurde?

Darüber diskutierten Vertreter der Dresdner Polizei mit Mitgliedern des Presseclubs Dresden am Montagabend in der neuen Citywache. Ein Resümee gleich am Anfang vom Kommunikationschef der Dresdner Polizei Thomas Geithner: "Trotz intensiver Bemühungen sind die Herausforderungen wie Drogenhandel und allgemeine Unsicherheit weiterhin präsent."  Die reinen Kriminalitätsraten sind auch nicht gesunken. Dennoch berichten Gewerbetreibende, dass sich für sie die Situation nach der Eröffnung der Citywache im Mai vorigen Jahres tatsächlich verbessert hat. Ihre Mitarbeiter gehen mit einem höheren Gefühl von Sicherheit nach Hause, weil die Citywache bis zu den Schließseiten der Geschäfte besetzt ist. Dennoch, so Geithner, ist sie kein Polizeirevier, aus dem Streifenwagen mit Blaulicht ausrücken. Sie ist nicht 24/7 rund um die Uhr in Betrieb. Sie soll aber Präsenz zeigen.


Im Gespräch vor dem Presseclub Dresden (v.l.n.r.): Thomas Geithner, Andreas Schulz (Moderator) und Volker Gulitz.


Volker Gulitz, Leiter der Präsenz- und Ermittlungsgruppe Innenstadt, ergänzte, dass zusätzlich ständig Polizeistreifen von vier bis sechs Beamten draußen unterwegs sind und sich besonders auf den Drogenhandel konzentrieren. 1.500 Ermittlungsverfahren haben sie in den zweieinhalb Jahren nach Gründung der Ermittlungsgruppe bereits eingeleitet. Herausforderung bleiben, da die Schlägereien oft erst nachts nach dem Ende der Dienstzeiten der Wache stattfinden. Zudem habe sich der Drogenhandel zunehmend in Richtung Rundkino verlagert, insbesondere vor einer Spielothek.

Aktuelle Drogentrends, so die Polizei, zeigen eine Rückkehr zu Crystal, zu Kokain und Amphetaminen, während der Handel mit Cannabis rechtlich oft nicht zu verfolgen ist, da 25 Gramm strafrechtlich nicht relevant sind. 25 Gramm Cannabis, sagte Gulitz, das sind 75 Joints. Allein durch diese neue gesetzliche Regelung sei der Drogenhandel rein statistisch zurückgegangen.  

Der Wiener Platz verfügt nicht über eine Videoüberwachung, doch sie allein würde auch nicht ausreichen, um die Situation zu entschärfen. Daher ist die Implementierung von Künstlicher Intelligenz zur Regelung der Videoüberwachung ein angestrebtes Ziel. Trotz aller Herausforderungen ist der Ruf des Wiener Platzes schlechter, als die Realität. Passanten und Touristen werden selten angegriffen, vielmehr agieren Drogendealer unter sich. Das sollte auch die Touristin aus Bremen beruhigen, oder?

Text: Ulf Mallek


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