Eine Kleine Anfrage des Meißner AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Kirste hat durch eine Antwort der sächsischen Staatsregierung Zahlen zum Bestand slowakischer Staatsangehöriger in Meißen offengelegt. Die Daten zeigen demnach einen Rückgang von 141 Personen im Dezember 2024 auf 102 Personen im Dezember 2025. Besonders auffällig sei der deutliche Rückgang bei Kindern und Jugendlichen. Das teilte Kirste mit.
Nach den Angaben sank die Anzahl der Kinder und Jugendlichen innerhalb eines Jahres von 60 auf 39 Personen. Gleichzeitig wurde die nächsthöhere Altersgruppe nicht aufgefüllt: Die 20- bis 30-Jährigen fielen von 22 auf 19 Personen. Die Zahlen stammen unmittelbar aus der schriftlichen Anfrage und der Antwort der Staatsregierung, wie Kirste erläutert. Bereits in früheren Anfragen hatte Kirste auf Unstimmigkeiten hingewiesen: Von den damals in Meißen gemeldeten 52 slowakischen Kindern waren laut Verwaltung nur wenige in einer Schule und kein einziges in einem Kindergarten angemeldet. Vor diesem Hintergrund stellte Kirste im August 2024 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dresden wegen des Verdachts auf organisierten Sozialbetrug.
Die Antwort auf die Kleine Anfrage enthält zudem Arbeitsmarkt- und Leistungsdaten: Von den verbliebenen 63 slowakischen Personen in Meißen seien vier Personen in Vollzeit beschäftigt (eine Vollzeitarbeiterquote von 6,35 Prozent), 22 in Teilzeit, 17 arbeitsuchend gemeldet. Weiterhin werden 60 der 102 gemeldeten Slowaken als regelleistungsberechtigt ausgewiesen.
Kriminalstatistiken und polizeiliche Hinweise
Die Anfrage nennt auch Deliktszahlen: Für das Jahr 2024 gelten mindestens 28 slowakische Staatsbürger in Meißen als Straftatverdächtige, die Hälfte davon bei Rohheitsdelikten wie Körperverletzung; wiederum etwa die Hälfte dieser Verdächtigen seien Kinder und Jugendliche. Bis November 2025 zählte die Polizei nach den vorliegenden Angaben mindestens 17 weitere slowakische Straftatverdächtige, darunter fünf Kinder unter 14 Jahren.
Kirste wertet die Entwicklung als Bestätigung seines Verdachts auf massiven Sozialbetrug und verweist auf Kosten für die Meißner Steuerzahler in erheblicher Größenordnung. Er fordert ein weitergehendes handlungs- und ermittlungsseitiges Vorgehen von Behörden und Staatsanwaltschaften. Die dokumentierten Zahlen werfen mehrere Fragen auf: Wohnten die nun nicht mehr gemeldeten Kinder tatsächlich in Meißen oder waren sie lediglich zu Leistungszwecken registriert? In welchem Umfang konnten Behörden Abmeldungen, Umzüge oder Dubletten prüfen? Und welche weiteren Maßnahmen sind nötig, um möglichen Missbrauch aufzudecken und Betroffene zu schützen?