Jetzt wird der Meißner OB-Wahlkampf doch noch schmutzig. Die drei Kandidaten hatten sich ja angeblich auf die Hand versprochen, fair miteinander umzugehen. Doch zumindest ihre Anhänger halten sich nicht daran.
Es geht vor allem um den Kandidaten der AfD Rene Jurisch. Die Sächsische Zeitung hat jetzt eine Reportage über ihn veröffentlicht. Ein mehrstündiger Spaziergang mit dem OB-Kandidaten durchs Triebischtal und die Meißner Innenstadt. Die Reporterin lässt ihn erzählen, andere sprechen eher lobendes über ihn und seine NPD-Vergangenheit kommt ebenfalls zur Sprache. Ein ganz normaler journalistischer Text, kein Heldenporträt, man spürt die Distanz, aber auch kein Beitrag mit Schaum vorm Mund geschrieben vor lauter aktivistischen Übereifer, das böse Tun der AfD zu entlarven.
Dieser Tage sprach ich über dieses Thema mit einem Oberbürgermeister aus der Region - den Namen lassen wir mal beiseite -, der nichts mit der AfD am Hut hat. Im Gegenteil, er ist ihr politischer Gegner. Doch er sagte mir, dass er sich über diesen Beitrag gefreut hat. Endlich mal wird die AfD als Teil des politischen Systems ernst genommen, ihr Akteur zu seinem Tun und seinen Plänen befragt. So etwas hatte er bislang beim Studium der Zeitung vermisst.
