Ein trüber Herbstrmorgen im Kanalnetzstützpunkt an der Niedersedlitzer Straße in Dresden. Frank Lieber spricht gerade mit Denis Jurk und Michael Hohmann, die zum Einsatz wollen und hat trotz des trüben Wetters noch einen Scherz auf den Lippen. Dann starten die Kanalspezialtechniker mit ihrem Saug- und Spülfahrzeug zur Kanalreinigung nach Prohlis. Das ist Alltag für Kanalnetzmeister Lieber, der mit seinem 19-köpfigen Team für das südöstliche Stadtgebiet zuständig ist. Aber nur noch wenige Wochen. Ende November verabschiedet sich der 66-Jährige nach Jahrzehnten in den Ruhestand.
Der gebürtige Cossebauder ist noch einer der wenigen bei der Stadtentwässerung Dresden, die mit der politischen Wende der DDR auch die des völlig maroden Abwassersystems erlebt haben. Mit 22 Jahren hat Lieber als gelernter Instandhaltungsmechaniker 1981 auf der Kläranlage Kaditz angefangen, da er mit knapp 700 DDR-Mark mehr als zuvor bei den Dresdner Verkehrsbetrieben verdiente. „Mein Schwager Freimuth Bisanz war Chef der Kläranlage Kaditz. Er hat mich gefragt, ob ich bei ihm anfangen will“, erzählt Lieber. Er kommt vorbei und spricht mit Werkstattchef Peter Ullrich. „Zu ihm hatte ich sofort einen guten Draht.“