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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Ukraine-Eier als Zeichen der Verbundenheit

Über 700 gestaltete Hühner-, Enten-, Gänse oder Wachteleier sowie aus Papier oder Holz versammelt die erste Osterausstellung des Museums für Sächsische Volkskunst in Dresden seit zwei Jahren. Mit einer Vitrine setzt das Haus ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine, aus eigenem Bestand. «Er treibt auch uns um, wir haben sie rausgesucht und ihnen einen prominenten Platz gegeben, als ganz kleine Geste unserer Verbundenheit», sagte die neue Direktorin des Museums und der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Kathi Loch, am Freitag. Die anderen, von 57 Künstlern sowie Laien gestalteten Exemplare sind, bemalt, umwickelt oder auch mit Streifen aus Papier oder buntem Garn belegt, zwischen den Exponaten der Dauerausstellung «versteckt».

Darunter finden sich Raritäten wie mit Streifen aus Stroh oder bunten Fäden grafisch gestaltete Objekte, handbemalte aus der rumänischen Bukowina oder die sorbischen in Kratz- und Wachstechnik. Erstere werden eingefärbt und dann mit einem spitzen Gegenstand bearbeitet, bei den anderen wird mit einer Gänsefeder heißes Wachs auf das ausgeblasene Ei aufgetragen, das später in ein Farbbad kommt. An gut 20 Birkensträußen hängt Gebasteltes: gefaltete Eier aus Papier, zart gehäkelte bunte Vögel oder filigrane Glaslibellen. «Alles Alte ist da, aber es gibt auch ein paar kleine neue Akzente», sagte Loch unter Verweis auf eine zeitgenössische Videoarbeit.

Der Mix aus Bewährtem und Neuem ist auch ihr Ansatz für das Museum ingesamt. «Bei allem was wir tun, sollten wir uns fragen, was hat das mit uns zu tun», sagte die 42-Jährige. Die Theaterwissenschaftlerin leitet das Museum mit Beständen von der erzgebirgischen Schnitzerei bis zum historischen Spielzeug seit Jahresbeginn. Sie war seit 2010 am Dresdner Theater Junge Generation und ist seit 2019 an den SKD. Bisher war sie mit der Vorbereitung des Umzugs der Puppentheatersammlung betraut, einer der weltweit größten ihrer Art. «Wir machen sie gerade fit dafür.» Loch hofft auf 2023.

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