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Sorbisches Institut bekommt Bestände aus Bibliothek zurück

Das Sorbische Institut Bautzen erhält seit dem Zweiten Weltkrieg verlorene Bibliotheksbestände der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Maćica Serbska. Sie befanden sich nach Angaben vom Mittwoch über Jahrzehnte in der Forschungsbibliothek des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg (Hessen) und werden nun restituiert. Die 172 Bücher und Zeitschriftenhefte wurden im Zuge eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg geförderten Projekts eindeutig als Eigentum der Maćica Serbska identifiziert.

Die Bestände sollen am Freitag übergeben werden, dazu gehören auch Zeitschriften wie Neues Lausitzisches Magazin oder Baltische Studien sowie Bücher zu slawischen Siedlungen oder Ortsnamen. Das älteste Exemplar, eine Lausitzische Monatsschrift, datiert aus dem Jahr 1798, das jüngste von 1933.

Die Maćica Serbska in Bautzen und die Maśica Serbska in Cottbus als wissenschaftliche Vereinigungen der Sorben waren in der NS-Zeit von staatlicher Seite Willkür und Verfolgung ausgesetzt. 1937 wurden sämtliche Aktivitäten des Bundes wendischer Vereine Domowina verboten, 1941 ihr Vermögen inklusive der Bibliotheken beschlagnahmt - den Hauptteil erhielt die Publikationsstelle Berlin-Dahlem.

Mit vor der Sowjetarmee in eine Ausweichstelle nach Coburg (Bayern) geflohenen Mitarbeitern kamen Akten und ein großer Teil der Bibliothek in die amerikanische Besatzungszone und danach in die Vereinigten Staaten. Etwa zwei Drittel der Bibliotheksbestände der Publikationsstelle wurden 1964 an die Bundesrepublik zurückgegeben - in Obhut des Herder-Instituts.

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