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Phänomen Fake: Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum

Paket-Attrappen liegen im Deutschen Hygiene-Museum in der Ausstellung «Fake. Die ganze Wahrheit». / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Paket-Attrappen liegen im Deutschen Hygiene-Museum in der Ausstellung «Fake. Die ganze Wahrheit». / Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Mit der besonderen Ausstellung «Fake» beleuchtet das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden (DHM) das Verhältnis von Lüge und Wahrheit. «Fake-News, Fake-Profile und Fake-Produkte, Lüge, Gerüchte und Verschwörungen, kurzum, all das Falsche scheint in unserem Leben immer präsenter zu werden und nahezu alle Lebensbereiche zu umfassen», sagte Direktorin Iris Edenheiser am Freitag. «Aber ist Lüge immer schlecht und Wahrheit stets gut?» Das Publikum kann ab Samstag selbst den Lügen auf den Zahn und der Wahrheit den Puls fühlen.

Für die Schau machte Kurator Daniel Tyradellis das DHM zum «Amt für die ganze Wahrheit». Die Besucher durchlaufen es auf einem Parcour, bei dem das Wechselspiel von Lüge und Wahrheit aus immer neuen Perspektiven betrachtet wird. «Die Wahrheit braucht dich!», fordert der Schauspieler Martin Wuttke sie in einem Video-Clip zum Auftakt auf, das eigenes Verhältnis dazu zu finden. Die Besucher checken mit einem digitalen Ausweis ein und können darauf am Ende ablesen, «wie sie es selbst mit Wahrheit und Lüge halten», sagte Tyradellis.

Eine täuschend echte Plüschrobbe als eine Art Sozialkontakt für einsame Menschen in Pflegeheimen, die lustigsten Top-Lügen, gefälschte Kunst illustrieren die Spanne ebenso wie Daten zum Umgang mit der Corona-Pandemie, Trump Tweets und die Propaganda im Ukraine-Krieg. Das opulente Begleitprogramm reicht von einer Show zum Verfall des Lügens über ein Forum zum Umgang mit Fake News in der Schule bis zu einer Langen Nacht der falschen Wahrheit.

Die Schau solle spielerisch Lust machen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Es sei mit dem Appell verbunden, dass es auf jeden Einzelnen ankommt. «Denn die Verantwortung und der Umfang mit dem schmalen Grat von Wahrheit und Lüge darf nicht delegiert werden.» Jeder sei gefordert, vermeintliche Informationen zu deuten und weiterzugeben oder nicht, auch wenn das angesichts der Informationsüberflutung schwierig sei.

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