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Open Air und digital: Moritzburg Festival beginnt

Das beleuchtete Schloss Moritzburg. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa/Archivbild
Das beleuchtete Schloss Moritzburg. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa/Archivbild

Der Name Moritzburg hat besonderen Klang in der Musikwelt. Die Kulturlandschaft nahe Dresden, die vor über 100 Jahren die Maler der Brücke inspirierte, ist bei Kammermusikern eine gefragte Adresse.

Beim renommierten Moritzburg Festival können erstmals Fans der Kammermusik und Neugierige in aller Welt live dabei sein, ohne selbst in die idyllische Kulturlandschaft bei Dresden zu reisen. Alle Konzerte der 29. Ausgabe werden über die internationale Plattform Dreamstage gestreamt und damit auch digital zugänglich. Die Eröffnung an diesem Samstagabend auf der Nordterrasse des einstigen Jagdschlosses von Sachsens legendärem Kurfürsten August dem Starke (1670-1733) ist die Premiere.

«Die glücklichen Momente, wo Musiker untereinander und dann auch mit Publikum zusammenkommen können, sind immer noch etwas Besonderes», sagt Cellist Jan Vogler, künstlerischer Leiter des Festivals, unter Verweis auf den weiterhin eingeschränkten Konzertbetrieb vor allem durch das nach wie vor schwierige Reisen. «Wir merken das alle.» Umso erfreulicher seien die Begegnungen an diesem Ort des Austauschs, die inspirierten und neue Ideen möglich machten.

Das diesjährige Programm umfasst 22 Veranstaltungen mit 29 Solisten bis zum 22. August. Dabei spielen Angehörige der Top-Liga wie Pianist Louis Lortie, Cellist Pablo Ferrández, Oboist Albrecht Mayer oder Geigerin Mira Wang, Voglers Frau, mit ganz jungen Shooting-Stars zusammen. Das sei der Inhalt des Festivals, das schon oft junge Musiker präsentierte, die dann Karriere machten wie die argentinische Cellistin Sol Gabetta, sagte Vogler. Der Austausch der Generationen sei das Wichtigste, den schätze auch das Publikum, wie die hohe Qualität der Musiker.

Die Moritzburg Festival Akademie vereint 37 Nachwuchsmusiker aus 16 Nationen. Sie studieren während der beiden Wochen ein Repertoire ein und stellen sich dem Publikum in wechselnder Formation vor - etwa beim traditionellen Musikpicknick auf Schloss Proschwitz. Nach pandemiebedingter Pause 2020 sind sie auch erstmals wieder als Moritzburg Festival Orchester zu erleben - unter der Leitung des spanischen Dirigenten Josep Caballé Domenech.

Das Festival ist dank staatlicher und der Unterstützung von Partnern und Sponsoren möglich. «Und unser Publikum war wieder besonders mutig und hat sehr früh gebucht», sagt Vogler. Die Bühne auf der Terrasse als Hauptspielort, die Kammermusik auch unter freiem Himmel auf akustisch höchstem Niveau ermöglicht, biete sogar ein wenig mehr Platz als der Saal drinnen. Dafür ist die Kapazität bei öffentlichen Proben in der Dorfkirche geringer. «Es gibt schon noch Einschränkungen, aber durch das Open Air konnten wir ganz schön Land gewinnen.»

Es ist die zweite Saison unter freiem Himmel. Wegen der Corona-Krise waren Veranstaltungen im Schloss 2020 erstmals nach außen verlegt worden. Der in Dresden und New York lebende Vogler hatte das Moritzburg Festival 1993 zusammen mit Bruder Kai und dem Cellisten Peter Bruns gegründet. Es ist großteils privat finanziert, spielte sich binnen kurzer Zeit in die Erste Liga internationaler Kammermusikfestivals und debütierte in der New Yorker Carnegie Hall. Seit 2001 ist es auch regelmäßig «on Tour» - und nun auch im Internet.

Programm Moritzburg Festival 2021

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH