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Neuer Schatzkammerchef: Historie mit Gegenwart verbinden

Marius Winzeler. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Marius Winzeler. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Seit knapp zwei Monaten ist ein Schweizer Kunsthistoriker Chef zweier sächsischer Staatsmuseen, die sich seit 1990 komplett gewandelt haben - der letzte Akt bleibt ihm noch.

Der neue Direktor vom Grünen Gewölbe und der Rüstkammer in Dresden, Marius Winzeler, will bei der musealen Vollendung des Residenzschlosses die digitale Präsentation weiter ausbauen. Aber nicht als Ersatz für das Original oder die persönliche Vermittlung, sagte der Schweizer Kunsthistoriker der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Mit Covid-19 habe sich vieles verändert, auch die digitale Wahrnehmung und die Erwartungen des Publikums. Aber die Begegnung mit dem Objekt «ersetzt nichts», die vielbeschworene Aura des Originals geht glücklicherweise durch Digitalisierung nicht verloren, wie die Besucherzahlen von Museen weltweit zeigten.

Das Residenzschloss solle als Ganzes zum Erlebnis werden und damit werde die 50 Jahre alte Vision vom Museumsschloss Wirklichkeit. In fünf Jahren sollten sich alle Bereiche «zu einem beglückenden und überraschenden Kaleidoskop sächsischer, europäischer und Welt-Kulturgeschichte vereinen», beschrieb der 50-Jährige sein Ziel. Er war 1992 als Praktikant ins Landesamt für Denkmalpflege nach Sachsen gekommen und geblieben.

Winzeler will dabei auch Fragen der Gegenwart und Zukunft Raum geben und dem Dialog mit der Kunst. Die Geschichte der Exponate sei «noch längst nicht auserzählt», aus dem Wissen heraus ergäben sich immer neue Fragen. Im Grünen Gewölbe, wo ein Großteil des Bestandes bereits ausgestellt ist, sollen bisher nicht gezeigte Werke ins Licht rücken. «Das gilt auch für die Rüstkammer, wo die Depotbestände viel umfangreicher sind.»

Bis auf konservatorische Grenzen sieht der Museumschef «wenig Limitierendes», um Inhalte noch stärker interaktiv und «spielerisch weiter sinnlich wahrnehmbar» zu machen. Während die prächtigsten Kostüme der Rüstkammer bereits prominent in Renaissanceflügel und Paraderäumen ausgestellt sind, ist für die übrigen Stücke ein Schaudepot geplant. Und, verriet Winzeler, ein virtueller Spiegel werde es bald möglich machen, in das Goldkleid einer Kurfürstin aus dem 16. Jahrhundert zu schlüpfen - dank raffinierter 3D-Technologie.

Das Grüne Gewölbe beherbergt in den rekonstruierten barocken Räumen und in einem modernen Teil insgesamt rund 4000 Schmuckstücke und andere Meisterwerke aus Gold, Silber, Edelsteinen, Elfenbein und anderen wertvollen Materialien aus mehreren Jahrhunderten. Das 1723 bis 1729 eingerichtete Prunkstück der Kunstsammlung des legendären Kurfürst-Königs August der Starke (1670-1733) gilt als eine der reichsten Schatzkammern und eines der ältesten Museen Europas. Die Rüstkammer zählt zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Ihre rund 13.000 Stücke umfassenden Bestände aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sind in Vielzahl und Vollständigkeit einzigartig.

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