Nach anhaltender Kritik an mutmaßlich antisemitischen Darstellungen bei ihrer diesjährigen Jahresausstellung hat die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle die Gründung eines unabhängigen Ethikrats angekündigt. Das Gremium soll Empfehlungen für den Umgang mit Kunstfreiheit, gesellschaftlicher Wirkung und öffentlicher Kritik entwickeln, wie die Hochschule mitteilte. Ziel sei eine «strukturierte, sachliche und nachhaltige Auseinandersetzung mit den Spannungsfeldern zwischen Kunstfreiheit, gesellschaftlicher Wirkung und öffentlicher Kritik».
Auslöser der Debatte war ein Kunstwerk auf dem Campus Kunst, das laut dem Bündnis gegen Antisemitismus Halle eine übergroße Palästinaflagge sowie eine plastische Form zeige, die an antisemitische Schmähdarstellungen aus dem Mittelalter erinnere - insbesondere an die Darstellung eines Schweinekopfs. Die Kritiker werfen der Hochschule vor, antisemitische Bildsprache unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit zu dulden.