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Lausitzfestival: Musik, Theater, Lesung an besonderen Orten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, l-r), Kulturservice-Geschäftsführerin Maria Schulz, Festival-Intendant Daniel Kühnel und Ministerin Kathrin Schneider in Cottbus. / Foto: Daniel Scholz/Lausitz-Festival/dpa
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, l-r), Kulturservice-Geschäftsführerin Maria Schulz, Festival-Intendant Daniel Kühnel und Ministerin Kathrin Schneider in Cottbus. / Foto: Daniel Scholz/Lausitz-Festival/dpa

Klosterruine, Industriegelände, Scheune: Die Lausitz wird zur großen Bühne. Hunderte Künstlerinnen und Künstler sind beim Lausitz-Festival zu Gast. Manche Kunstschaffenden sind weltberühmt und weit gereist.

Das Lausitz-Festival zieht auch im dritten Jahr seines Bestehens wieder viele Kulturinteressierte an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden nach Angaben von Geschäftsführerin Maria Schulz bereits 25 Prozent mehr Karten für die Aufführungen verkauft. Es gebe auch überregional und international Nachfragen, sagte Festival-Pressesprecher Friedrich Carl der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt 550 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt werden in den kommenden drei Wochen mit regionalen Akteuren an 25 Orten im Grenzland zu Sachsen, Polen und Tschechien auftreten. Die Schirmherrschaft haben die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen: Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU).

Von Görlitz bis Bad Liebenwerda, von Oybin bis Forst und bis ins polnische Zgorzelec wird gespielt und gesungen. Unter anderem finden Jazz- und Klassikkonzerte statt, es gibt Theateraufführungen, Chorauftritte, Liederabende, Lesungen und philosophische Gespräche.

Das Mehrsparten-Festival (25.8 -16.9.) beleuchtet in diesem Jahr unter dem Wort «aufBruch» die vielfachen Aspekte von Abschied und Anfang. Gespielt wird an ungewöhnlichen Orten, unter anderem in Industriekomplexen, Klosterruinen, einer alten Brikettfabrik, Architekturdenkmälern und Kirchen in Brandenburg und Sachsen. Das Festival knüpft somit an vergangene Jahre an und setzt auf Nachhaltigkeit - 2021 etwa wurde eine alte Industriehalle im ehemaligen Glaswerk Weißwasser als Kulturstätte hergerichtet.

Eröffnet wird das Festival an diesem Donnerstag (25.8.) in Weißwasser (Görlitz) in einer Industriehalle. Gezeigt wird «Caesar», eine Tragödie von William Shakespeare, inszeniert von Stefan Pucher. Für Festival-Intendant Daniel Kühnel passt das Stück zur Zeit, da es um das Verhältnis von Führung und Volk gehe und politische Umwälzungen als Ausdruck von tiefen kulturellen Verschiebungen betrachte.

Pressesprecher Carl sieht in diesem Jahr eine weitere positive Entwicklung. «Besonders freut uns, dass die Kooperationen und Anfragen zu Spielstätten kontinuierlich immer größer werden.» Für die Veranstalter sei das ein Zeichen, dass der Schwerpunkt regionale Verankerung funktioniere.

Zu den internationalen Gästen in der Lausitz zählt das gefeierte Ensemble Il Giardino Armonico, das auf historischen Instrumenten musiziert. Alte Bekannte des Festivals sind die weltberühmte Pianistin Martha Argerich und Star-Cellist Mischa Maisky. Auch Marina Heredia, eine der international gefragtesten Flamenco-Sängerinnen, wird zu erleben sein. An einem besonderen Ort spielt der 87-jährige weltbekannte Jazz-Musiker Abdullah Ibrahim. Der Jazzpianist, den Duke Ellington entdeckte und der mit Größen wie John Coltrane oder Ornette Coleman auftrat, spielt im Kirchensaal der evangelischen Brüdergemeine Herrnhut.

«Das Lausitz Festival ermöglicht Unwahrscheinliches und verändert dadurch vielerorts das Bild und Selbstbildnis der Lausitz. Hier gibt Kunst der Entwicklung von Infrastruktur Impulse, hier wird mit Kunst ein komplexes aber gemeinsames Wollen in Mitteleuropa formuliert», beschreibt Festival-Intendant Kühnel seine Intension.

Auftrittsorte sind unter anderem auch die evangelische Dorfkirche Cunewalde, Gut Saathain (Elbe-Elster), die Brikettfabrik Louise, Schloss Branitz in Cottbus und das Neue Schloss Bad Muskau. Für Besucher haben die Veranstalter eine Karte zur Orientierung erstellt.

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