Ein frisch restaurierter barocker Hermes aus Zittau (Landkreis Görlitz) kündet bis Mitte September im Dresdner Residenzschloss vom Reichtum in der sächsischen Provinz. Der steinerne Götterbote aus einem der Grabhäuser des früheren Klosterfriedhofs in Zittau misst sich im Residenzschloss am Fuße der Englischen Treppe nicht nur mit höfischem Figurenschmuck des 18. Jahrhunderts in der berühmten Kulturstadt. «Die Skulptur zeugt vom Prunk der löblichen Handelsstadt Zittau, die seit dem 14. Jahrhundert zum Oberlausitzer Sechs-Städte-Bund gehörte», sagte Peter Knüvener, Direktor der Städtischen Museen Zittau, vor der Präsentation der Deutschen Presse-Agentur.
Sachsen fehle ein kulturhistorisches Landesmuseum, «in der Provinz gibt es Schätze, die gehoben werden müssen», sagte Knüvener. Mit Hermes will er neugierig machen und für eine «Art Schaufenster der Kunst in Sachsen» bei den Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) werben. Hermes, Schutzgott der Kaufleute und Begleiter der verstorbenen Seelen in die Totenwelt, sei der Bote des reichen Kulturerbes, sagte Generaldirektorin Marion Ackermann. Das präsentierten die SKD in Sachsen und der Welt. Der Museumsverbund engagiert sich seit Jahren mit seinen Kunstschätzen auch verstärkt im ländlichen Raum. Mit dem Götterboten aus Zittau sei es nun «einmal anders», zur besonderen Freude der SKD.