Mit fast einem Vierteljahrhundert Abstand widmet sich das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden erneut dem Thema Genetik. In der Schau «Von Genen und Menschen» (11. Februar bis 10. September) werden die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seit 1998 aus der Perspektive der Sozial- und Kulturwissenschaft betrachtet - von Klonschaf Dolly über die Genschere und mRNA-Impfstoffe bis zu Arbeiten zeitgenössischer Kunst zum Thema. Im Mittelpunkt stehen elementare Fragen der Wissenschaftskommunikation, mit denen sich das Haus immer wieder und auf unterschiedlichen Gebieten beschäftigt, etwa ob das technisch Machbare auch ethisch vertretbar ist, wie Direktorin Iris Edenheiser am Freitag vor der Eröffnung sagte.
Die von Bühnenbildner Jan Pappelbaum inszenierte Tour durch Labyrinthe und offene Plätze versammelt Dokumente, Videos und Objekte aus Alltag und Wissenschaft, Geschichte und Kultur sowie Positionen zeitgenössischer Kunst und Stationen für die Selbsterkenntnis. Der Rundgang führt durch vier mit Herkunft, Identität, Gesundheit und Natur benannte Räume - vom übergroßen Modell der Doppelhelixstruktur der DNA über ein Spirometer zur Messung der Lungenkapazität aus den 1980er Jahren, Videos von Interviews mit Forschern oder Debatten in sozialen Netzwerken bis zum drei Meter hohen Skelett eines Masthuhns, das wie ein prähistorisches Tier wirkt.