Kunstinstallation "Lampedusa 361" auf dem Dresdner Theaterplatz - Friedenspreis für Ehepaar aus Agrigent
Allein im vergangenen Jahr ertranken auf ihrer Flucht über das Mittelmeer mehr als 5000 Menschen. Vor allem vor der Küste Siziliens sterben Flüchtlinge seit mehr als 20 Jahren. Die Gräber der toten Kinder, Frauen und Männer auf sizilianischen Friedhöfen sind die Denkmäler dieser Tragödie.
Eine Kunstinstallation auf dem Dresdner Theaterplatz zeigt nun vom Freitag, 10. bis Dienstag, 14. Februar in einer ungewöhnlichen Präsentationsform ein erstes Mal Fotos dieser Gräber.
90 Fotografien wurden auf großformatige Matten gedruckt und werden auf den Platz gelegt. So entsteht der Eindruck eines Friedhofes. Auf Tafeln hinter den Grabmatten wird die Geschichte der Flüchtlingsgräber auf Sizilien erzählt.
Da einige Friedhöfe wie der auf Lampedusa nicht mehr die Kapazität haben, weitere Opfer zu bestatten, werden die Verstorbenen inzwischen überall im Land begraben. So findet man Gräber der Ertrunkenen auch in kleinen Bergdörfern hunderte Kilometer vom Meer entfernt. Die Fotos entstanden auf 25 Friedhöfen von Lampedusa bis Agrigent, von Corleone bis Catania, von Palermo bis Syrakus. Das Projekt „Lampedusa 361“ führt diese über ganz Sizilien verstreuten Gräber zusammen, um ein Bild zu vermitteln von der Größe dieser Tragödie.