Die österreichische Künstlerin Uli Aigner hat sich mit ihrem Projekt One Million ein ehrgeizige Ziel gesetzt. Sie möchte eine Million Porzellan-Essgeschirre mit ihren eigenen Händen zu erschaffen. Das teilte die Porzellanmanufaktur Meissen mit.
Diese einzigartigen Kunstwerke werden aus einem Stück feuchter Erde gefertigt und sind für den weltweiten Gebrauch bestimmt. Jedes einzelne Objekt wird dabei mit einer eingravierten Nummer versehen, die der exakten Reihenfolge seiner Herstellung entspricht und gleichzeitig Teil einer digitalen Weltkarte wird. So möchte Uli Aigner, ihre Arbeiten mit der gesamthistorischen Entwicklung des menschlichen Daseins verknüpfen, hieß es.
Speziell 60 dieser Gefäße wurden in der Porzellanmanufaktur Meissen gefertigt, wobei 50 Stück zum Verkauf bereitstehen. Sie tragen nicht nur die chronologisch vergebene One Million-Nummer, sondern auch die blauen Schwerter als Markenzeichen der Manufaktur, womit Meissen in das Projekt eingebunden wird. Porzellan ist für Uli Aigner mehr als nur ein Material; es ist ein politisches Medium und Speichermedium, das die Geschichten der Kolonialzeit in sich trägt – vom Versand des „weißen Goldes“ aus China zu den europäischen Höfen.