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Ära Merkel im Militärhistorischen Museum

Blick in die Ausstellung «Die Bundeswehr in der Ära Merkel - Krieg und Frieden 2005-2021» im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Blick in die Ausstellung «Die Bundeswehr in der Ära Merkel - Krieg und Frieden 2005-2021» im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr schreibt die Militärgeschichte in Deutschland mit der Schau «Die Bundeswehr in der Ära Merkel - Krieg und Frieden 2005-2021» fort. Die Präsentation von «Militärgeschichte, die noch qualmt» stehe am Ende des chronologischen Rundgangs zur Kulturgeschichte der Gewalt, sagte Direktor Rudolf J. Schlaffer am Mittwoch. Krieg und Frieden seien in Anleihe an Tolstoi als Pole gewählt, die unterschiedliche Beziehungen markierten. Gezeigt würden dabei verschiedene Ansätze, «wie wir Streitkräfte denken, vom Krieg her oder vom Frieden».

Betrachtet werden Politik, Militärökonomie, -ökologie, Gesellschaft und Kultur, sagte Kuratorin Kristiane Janeke. «In die Zeit der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) fallen der längste bewaffnete Einsatz in der Bundeswehr-Geschichte in Afghanistan, die Aussetzung der Wehrpflicht, die Verabschiedung des Traditionserlasses sowie das neue Weißbuch als Reaktion auf die wachsenden sicherheitspolitischen Aufgaben.»

Spektakulärstes Exponat ist das Wrack des Einsatzfahrzeugs «Mungo», vor dem sich am 20. Oktober 2008 südlich von Kundus (Afghanistan) ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Fünf afghanische Kinder und zwei Bundeswehrsoldaten starben. «Es stand bisher im Depot und ist erstmals ausgestellt», sagte Janeke. Damit sei man «mittendrin im Zeitgeschehen».

Zu den Schlüsselexponaten zählen zudem die im sogenannten Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 nahe der Ortschaft Isa Khel abgesprengte Tür eines Schutzfahrzeugs «Dingo» oder das im Februar 2016 südlich von Donezk von einer russischen Granate durchbohrte Rad eines Jeeps. Es wurde schon vor dem Ukraine-Krieg angefragt im Nationalen Historischen Museum in Kiew und vor 14 Tagen von einem ukrainischen Kollegen nach Dresden gebracht. Der Konflikt im Donbass und die Annexion der Krim 2014 haben laut Janeke Angela Merkels Regierungszeit auch in Bezug auf die Bundeswehr stark geprägt.

Laut Schlaffer experimentiert das Museum, um Erfahrungen für die geplante Überarbeitung von Teilen des 2011 konzipierten Rundgangs zu sammeln. «Bis 2030 wollen da eine Revision machen.» Auch der Außenbereich werde neu gestaltet - geplant ist auch ein Schaudepot.

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