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Zschäpe-Gutachter in Erklärungsnot

Der Freiburger Psychiater Joachim Bauer, der die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe für vermindert schuldfähig erklärt hat, gerät massiv unter Beschuss: Mehrere Nebenkläger im NSU-Prozess stellten am Mittwoch einen Befangenheitsantrag gegen den Sachverständigen. Bauer habe jede professionelle Distanz verloren, längst eine neutrale Position verlassen, die Befangenheit sei offenkundig, heißt es in dem Antrag, den die Rechtsanwältin Doris Dierbach vor dem Münchner Oberlandesgericht verlas. Bauer betrachte sich offenbar als «eine Art Beschützer» der Hauptangeklagten, argumentieren die Nebenkläger.

Sie begründen den Befangenheitsantrag in erster Linie mit einer E-Mail Bauers an die Zeitung «Die Welt». «Das Stereotyp, dass Frau Zschäpe das nackte Böse in einem weiblichem Körper ist, darf nicht beschädigt werden», schrieb Bauer über den Umgang mit Zschäpe. Und weiter: «Eine Hexenverbrennung soll ja schließlich Spaß machen.»

Damit diffamiere Bauer alle Prozessbeteiligten, heißt es in dem Befangenheitsantrag. Der Psychiater sehe sich «offensichtlich als Retter» der Hauptangeklagten vor einer «Hexenverbrennung» - dabei habe ein Sachverständiger sein Gutachten objektiv zu erstatten.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: dpa / Peter Kneffel

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