Nach dem Tod seines behinderten Stiefsohns hat der 71 Jahre alte Angeklagte die Vorwürfe der Brandstiftung und des Mordes zurückgewiesen. Er wird beschuldigt, im Juni 2020 in Beilrode im Landkreis Nordsachsen einen Brand gelegt zu haben, um seinen behinderten Stiefsohn zu töten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm zu Beginn des Prozesses am Dienstag vor dem Landgericht in Leipzig vor, aus Frust, Wut und Verärgerung über seinen Stiefsohn gehandelt zu haben. Erste Verhandlungen gegen den Mann waren bereits im Mai dieses Jahres eröffnet worden. Da der Richter erkrankte, musste der Prozess neu eröffnet werden.
Der Rentner gab an, das Feuer in der an das Wohnhaus angrenzenden Scheune bemerkt zu haben, als er eine Zigarette rauchen wollte. Das Feuer griff anschließend auch auf das Haus über, wo der Qualm bereits so dicht gewesen sei, dass er nicht mehr zu seinem Stiefsohn gelangen konnte. Dieser hielt sich im ersten Stock des Hauses auf, erlitt schwerste Verbrennungen und starb an einer Rauchgasvergiftung.