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Sachsens Gerichten gehen die Richter aus

04.01.2017 von

Im sächsischen Justizsystem wird sich in den kommenden Jahren die Altersentwicklung in der Gesellschaft besonders stark bemerkbar machen: Nach einem Bericht der «Sächsischen Zeitung» werden dann knapp drei Viertel der Richter in den Ruhestand gehen. Von den derzeit 1002 Juristen würden binnen 15 Jahren etwas mehr als 73 Prozent ihre berufliche Laufbahn beenden, schreibt das Blatt (Dienstag) unter Verweis auf Antworten des Justizministeriums auf Anfragen des Linken-Abgeordneten André Schollbach. Zum Vergleich: Zwischen den Jahren 2001 und 2015 seien gerade einmal 76 Richter in Sachsen in den Ruhestand gewechselt.

Schollbach sieht deshalb Handlungsbedarf. «Den Gerichten steht ein personeller Aderlass und damit verbunden ein enormer Verlust an Erfahrungen bevor», sagte der Abgeordnete. Es werde auch ein Problem geben, das Niveau in der Justiz zu halten. Bereits jetzt seien Teile der Justiz an der Belastungsgrenze angelangt.

Sachsens Justizministerium bietet dem Zeitungsbericht zufolge derzeit Juristen der Jahrgänge 1962 bis 1964 an, später in den Ruhestand zu gehen. Im aktuellen Doppelhaushalt sind 64 Stellen für Richter und Staatsanwälte enthalten.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: dpa / Marius Becker

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