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Mordprozess Wunderlich: Angeklagter mit Vorstrafenliste

12.01.2017 von

Von sexueller Nötigung bis zu gefährlicher Körperverletzung: Der Angeklagte im Mordprozess Heike Wunderlich hat ein umfangreiches Vorstrafenregister. Wie aus den am Donnerstag vor dem Landgericht Zwickau in Teilen verlesenen früheren Urteilen hervorgeht, hat Helmut S. bereits mehrere Jahre im Gefängnis verbracht. Weitere Strafen wurden unter anderem wegen verbrecherischen Diebstahls oder auch unbefugter Benutzung von Fahrzeugen verhängt. Insgesamt verbüßte der heute 61-Jährige aus Gera Freiheitsstrafen von rund neun Jahren.

«Die Vorstrafen zeigen ein wenig seine Haltung zu Gewaltanwendung überhaupt und zu Gewaltanwendung gegenüber Frauen», sagte Nebenklage-Anwalt Herbert Posner. Er sehe Parallelen zum aktuellen Fall, weil der Angeklagte Frauen gewürgt, ihnen mit dem Tod gedroht und sie gezwungen habe, sich sexuell unterzuordnen.

Im Prozess vor dem Landgericht wird dem Mann vorgeworfen, am 9. April 1987 die damals 18 Jahre alte Heike Wunderlich vergewaltigt und erdrosselt zu haben. Der Frührentner, der durch die Folgen eines Schlaganfalls 2012 gehandicapt ist, schweigt zu den Vorwürfen.

Breiten Raum am sechsten Verhandlungstag nahmen zudem Protokolle und Aktenvermerke zu den DNA-Spuren ein, die im Zusammenhang mit dem Mord gefunden wurden. Die Polizei hatte Helmut S. Anfang 2016 durch weiter verfeinerte DNA-Analysemethoden ermittelt. Am kommenden Montag soll dazu der verantwortliche Kriminalhauptkommissar Enrico Petzold als Zeuge vernommen werden. Für die folgenden zwei Verhandlungstage ist dann ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes geladen.

Petzold hatte die Ermittlungen Anfang der 2000er Jahre übernommen, unter ihm wurde der Fall bundesweit bekannt. 2009 fahndete die Polizei über die ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» nach dem Täter. Dies blieb zunächst ebenso ohne Erfolg wie die Ausstrahlung in der MDR-Sendung «Kripo live» drei Jahre später. Für seine hartnäckige Ermittlungstätigkeit in dem Fall wurde der Zwickauer vom Bund der Kriminalbeamten in Sachsen mit dem Paul-Koettig-Preis ausgezeichnet.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: dpa / Jan Woitas

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