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Mordprozess: Bruder des Opfers attackiert Angeklagten

10.01.2017 von

Im Prozess zum 30 Jahre zurückliegenden Mord an Heike Wunderlich hat der Bruder der Getöteten den Angeklagten verbal angegriffen. Im Anschluss an seine Vernehmung als Zeuge vor dem Landgericht Zwickau warf Frank Wunderlich dem 61 Jahre alten Mann am Dienstag Schauspielerei vor. «Die Gesundheit ist uns egal. Wir spucken auf dich», sagte er zum Beschuldigten. Der Angeklagte Helmut S. ist aufgrund eines Schlaganfalls eingeschränkt verhandlungsfähig. Seine Untersuchungshaft verbringt er im Haftkrankenhaus.

Zuvor waren das Obduktions- und das Tatortsicherungsprotokoll in Teilen verlesen worden. Daraus ging hervor, dass die am 9. April 1987 nahe dem vogtländischen Plauen ermordete Heike Wunderlich vor ihrem Tod geknebelt gewesen war. Dazu soll der Täter den Slip der damals 18-Jährigen benutzt haben. Darüber hinaus wurde im Obduktionsprotokoll geschlussfolgert, dass die junge Frau langsam erstickte. Todesursache war Erdrosseln. Dies sei laut Protokoll mit großer Kraft und von hinten erfolgt.

Angeklagt vor dem Landgericht ist ein Frührentner aus dem thüringischen Gera. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft vor, die Frau vergewaltigt und ermordet zu haben. Der Angeklagte schweigt bislang zu den Tatvorwürfen.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: dpa / Jan Woitas

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