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Mord im Berliner Wettbüro: Revisionsverfahren Mitte Januar

Eine Statue der Justitia hält eine Waagschale. / Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
Eine Statue der Justitia hält eine Waagschale. / Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Sieben Jahre nach den tödlichen Schüssen zwischen Rockern in einem Berliner Wettbüro geht das Verfahren in die zweite juristische Runde. Der in Leipzig ansässige 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) verhandelt am 18. und 19. Januar 2022 über die Revisionen der Angeklagten und der Staatsanwaltschaft, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Wegen der Größe des Verfahrens und der hohen Anzahl an Beteiligten wird in dem großen Sitzungssaal des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig verhandelt.

Das Landgericht Berlin hatte am 1. Oktober und 18. Dezember 2019 acht der Angeklagten wegen Mordes zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Ein damals 35-Jähriger, der als Rockerchef der Hells Angels galt und die tödlichen Schüsse in einem Wettbüro in Auftrag gegeben haben soll, wurde wegen Anstiftung zum Mord verurteilt.

Demnach waren 13 teils vermummte Männer am 10. Januar 2014 in das Wettcafé in Berlin-Reinickendorf marschiert. Der Mann an der Spitze feuerte im Hinterzimmer mit einer Pistole auf das Opfer. Sechs Kugeln trafen, der Mann starb noch im Café. Der Anschlag vor laufenden Überwachungskameras soll eine Rache für eine Schlägerei mit einem verletzten Hells-Angels-Rocker gewesen sein.

Rund zwei Jahre sollen den Angeklagten als bereits verbüßte Zeit angerechnet werden. Das Landeskriminalamt hatte laut Urteil von der Gefährdung des späteren Opfers gewusst, jedoch Maßnahmen unterlassen, um die Tat zu verhindern. Dagegen richtet sich die Revision der Staatsanwaltschaft.

Der Prozess vor dem Landgericht Berlin hatte knapp fünf Jahre gedauert, das Urteil war am 300. Verhandlungstag gefallen. Mehr als 370 Zeugen und Sachverständige waren gehört worden.

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