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Mord aus Wut über Lebenswandel: Bruder schweigt vor Gericht

Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen. / Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild
Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen. / Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Eine junge Frau musste im Oktober 2017 in Dresden sterben, weil sie sich nicht den Vorstellungen der Familie unterordnen wollte. Ihre beiden älteren Brüder haben die 22-Jährige nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft aus Wut und Ärger darüber getötet, sagte deren Vertreterin am Mittwoch zum Prozessauftakt gegen einen von ihnen am Dresdner Landgericht. Der 38-Jährige soll die schlafende Schwester in der Nacht zum 14. Oktober 2017 festgehalten haben, während der jüngere Bruder ihr eine Decke auf das Gesicht drückte, sodass die keine Luft mehr bekam. 

Die beiden Männer aus dem Irak sind wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt, verhandelt wird zunächst nur gegen den Älteren. Der jüngere Bruder muss sich derzeit in anderer Sache in Italien vor Gericht verantworten. Den Brüdern werden niedere Beweggründe und Heimtücke vorgeworfen, weil ihre Schwester arg- und wehrlos war. Sie hatte erst drei Tage vorher zum zweiten Mal nach islamischem Recht geheiratet. Der Mann habe der Familie jedoch nicht gepasst, sagte die Staatsanwältin im Gerichtssaal.

Der Angeklagte äußerte sich nicht zur Sache. Wie seine Verteidigerin sagte, hat er keine Schule besucht und keine Ausbildung, sondern arbeitete bei den Eltern in der Landwirtschaft. 

Der 38-Jährige wurde am 1. Juli in Finnland festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert, der Bruder indes bisher nicht. Das Landgericht Dresden trennte das Verfahren gegen den 30-Jährigen ab. Für den ersten Prozess in dem Fall sind zehn Verhandlungstage bis Mitte Juli terminiert. Er wird am Donnerstag fortgesetzt.

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