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Ministerium will mehr Täter-Opfer-Ausgleich in Sachsen

Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. / Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. / Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Der Täter-Opfer-Ausgleich (TAO) soll in Sachsen eine neuen Stellenwert erhalten und das Prinzip Versöhnung statt Strafe künftig häufiger angewandt werden. Ein Team der Universität Leipzig untersucht nach Angaben des Justizministeriums vom Donnerstag dazu den Ist-Stand und soll Handlungsempfehlungen für einen noch effektiveren Einsatz des Instrumentes geben.

Die kriminologische Forschung habe längst festgestellt, dass für die Geschädigten Bestrafung und Vergeltung nicht erstes Ziel des Strafverfahrens sei. Eine aktive Beteiligung der Täter an der Aufarbeitung der Tat könne das Vertrauen in die Rechtsordnung wiederherstellen. Dies biete die Chance, Unrecht wiedergutzumachen, und fördere zugleich Prävention und Resozialisierung.

Nach Ministeriumsangaben ist Sachsen bisher Schlusslicht beim TAO im Bundesvergleich. 2017 wurde er in 381 entsprechenden Verfahren, 2018 in 336 Fällen angewendet. Aktuellere Angaben liegen nicht vor. Das Forschungsprojekt soll untersuchen, warum das so ist und was ihn attraktiver machen kann für alle Beteiligten.

In geeigneten Fällen kann die Staatsanwaltschaft von einer Anklageerhebung absehen und die Auflage erteilen, dass sich Beschuldigte in einer bestimmten Frist ernsthaft um einen Ausgleich mit Geschädigten und Wiedergutmachung bemühen und bei Vollzug das Verfahren einstellen. Kern des TOA ist ein Ausgleichsgespräch in Anwesenheit eines Schlichters, das mit einer Vereinbarung endet - von der formlosen Entschuldigung für eine Beleidigung bis zu umfangreichen Regelungen über Schadensersatz, Schmerzensgeld oder Rentenzahlungen.

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