Das Urteil im Prozess gegen die „Gruppe Freital“ ist gesprochen. Zwischen vier und zehn Jahren Haft urteilte das Oberlandesgericht Dresden und folgte so im Wesentlichen der Anklage der Bundesanwaltschaft. Der Staatsschutzsenat sprach die sieben Männer und eine Frau am Mittwoch unter anderem wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung, des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen und versuchten Mordes beziehungsweise Beihilfe dazu schuldig.
Wie aus Polizeikreisen zu vernehmen ist, könnte der ganze Prozess eine große Ego-Show gewesen sein. „Der Hauptangeklagte wurde so unter Druck gesetzt, dass er den ganzen interpretierten Müll eingeräumt hatte ohne zu wissen was er da wirklich tat“, war zu hören. Mit „interpretierten Müll“ war gemeint, dass große Teile der Tatzusammenhänge, nicht die Taten selbst, viel zu groß aufgebauscht wurden und damit eine Komplexität bekamen, die die Täter so nie geplant hatten. Die Angeklagten seien „dumm und naiv“ gewesen und das soll von den ermittelten Stellen ausgenutzt worden sein, denn es gehe ja um „Stellen und Mittel im Haushalt“. Außerdem sei dieses Urteil eine wichtige Legitimation für den neu aufgebauten Staats- und Verfassungsschutz in Sachsen.