Es geht um den illegalen Streamingdienst «movie2k.to» um Geldwäsche, Steuerhinterziehung und einen Milliardengewinn, auf den sogar die sächsische Landesregierung ein Auge geworfen hat: Vor dem Landgericht Leipzig ist der 42 Jahre alte mutmaßliche Kopf des Portals unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche in 146 Fällen angeklagt. Mit ihm auf der Anklagebank sitzt ein 39-Jähriger, der sich wegen Geldwäsche in 46 Fällen und Steuerhinterziehung verantworten muss.
Wie entstand der Bitcoin-Schatz im Milliardenwert?
Der Hauptangeklagte hatte den Angaben zufolge den Großteil der Gewinne in Bitcoins investiert. «Insgesamt erwarb er 136.000 Bitcoins», heißt es in der Anklageschrift. Nach seiner Festnahme im Jahr 2023 übergab er den Ermittlern knapp 50.000 davon. Nach Angaben des Landeskriminalamtes war es die bisher größte Sicherstellung von Kryptowährung durch deutsche Behörden.
Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Dresden versilberte die Kryptowährung Mitte 2024, weil sie einen Wertverlust befürchtete. «Innerhalb von knapp vier Wochen wurden die Bitcoins in kleinen Tranchen veräußert», sagte die Sprecherin des Leipziger Landgerichts, Katrin Seidel. Der Erlös brachte wegen der inzwischen gewaltigen Kursentwicklung etwa 2,64 Milliarden Euro ein. Dieses Geld wurde laut Seidel auf ein Konto bei der Landesjustizkasse eingezahlt und seitdem dort verwahrt.
Die Generalstaatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass der 42-Jährige aber noch weitere rund 57.000 Bitcoins besitzt. Beim aktuellen Kurs wären diese rund drei Milliarden Euro wert. Zudem soll er bei dem Verkauf der Kryptowährung in den Jahren seines Abtauchens mindestens 125 Millionen Euro durch Geldwäsche erlangt haben. Der Verbleib dieser Werte ist noch unklar.