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Zwei Tonnen Heroin als Seife geschmuggelt – Prozess beginnt

Zwei Tonnen Heroin als Seife geschmuggelt – Prozess beginnt
Bereits 2024 verhandelte das Landgericht Dresden gegen zwei der Angeklagten. (Archivbild) / Foto: Robert Michael/dpa
Von: DieSachsen News
Drogenschmuggler in großem Stil sollen sie sein, zwei Angeklagte wurden schon zu langen Haftstrafen verurteilt. Nun geht es um neue Vorwürfe. Auch der mutmaßliche Drahtzieher steht jetzt vor Gericht.

Wegen des Schmuggels von mehr als zwei Tonnen Heroin stehen drei Männer im Alter von 44, 56 und 58 Jahren in Dresden vor Gericht. Sie sollen von 2020 bis 2022 die Herstellung, Beschaffung und den Transport der stark abhängig machenden Droge hauptsächlich aus dem Iran nach Europa sowie den Vertrieb organisiert haben, wie zum Prozessauftakt am Landgericht Dresden aus der Anklage hervorging. 

58-Jähriger soll Drahtzieher sein

Als Drahtzieher sieht die Staatsanwaltschaft den 58 Jahre alten Angeklagten mit Wohnsitz in den Niederlanden. Der Mann wurde im November 2024 in Albanien festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Das Heroin gelangte in drei Lieferungen 2021 und 2022 als Seife getarnt auf dem Seeweg nach Deutschland. Die letzte Lieferung von rund 700 Kilogramm stellten Polizei und Zoll Ende August 2022 im Hamburger Hafen sicher. Das Bundeskriminalamt teilte damals mit, es habe sich um die größte jemals in Deutschland sichergestellte Menge Heroin gehandelt.

Dem 58-Jährigen legt die Staatsanwaltschaft zusätzlich zur Last, mindestens 300 Kilogramm Rohopium zur Herstellung von Heroin und weitere 500 Kilogramm Heroin beschafft und im Iran aufbereitet zu haben. Einen Teil davon fanden Zollbeamte im April 2021 an der iranisch-aserbaidschanischen Grenze. Das Rauschgift sollte per Kurier in die Niederlande gehen.

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In einer Erklärung wies die Verteidigung die Vorwürfe gänzlich zurück. Seit mehr als zwei Jahren sitze sein Mandant unschuldig in Haft, sagte Rechtsanwalt Carsten Brunzel.

Zwei Angeklagte bereits zu langjährigen Strafen verurteilt.

Die anderen beiden Angeklagten waren bereits 2024 wegen der drei Lieferungen von 2021 und 2022 zu Gefängnisstrafen von jeweils 12 Jahren verurteilt worden. Im jetzigen Prozess erhebt die Staatsanwaltschaft weitere Vorwürfe gegen sie, darunter die Beteiligung an einer Lieferung per Lastwagen im April 2021. Bei dem 44-Jährigen kommen sieben weitere Geschäfte in Amsterdam 2020 in einer Größenordnung zwischen einem und 21,5 Kilogramm Heroin hinzu. Beide wollten sich zu den Vorwürfen vorerst nicht äußern. 

In dem Prozess am Landgericht sind bis Ende Juli über 20 Verhandlungstermine angesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich auch einen 38-Jährigen angeklagt, der im ersten Prozess freigesprochen wurde. Das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt.

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