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Ex-Mithäftling von mutmaßlichem Juwelendieb hat Angst

Einer der Angeklagten (M) bedeckt sein Gesicht, während er im Gerichtssaal des Landgerichtes sitzt. / Foto: Jens Schlueter/AFP POOL/dpa
Einer der Angeklagten (M) bedeckt sein Gesicht, während er im Gerichtssaal des Landgerichtes sitzt. / Foto: Jens Schlueter/AFP POOL/dpa

Ein im Prozess wegen des Juwelendiebstahls aus dem Grünen Gewölbe in Dresden geladener Zeuge ist nach eigenen Angaben bedroht worden. Der 48-Jährige, der zuvor mehrfach nicht erschienen war, kam am Dienstag freiwillig zu den Verfahren am Landgericht, wollte jedoch nicht in Gegenwart der Beschuldigten aussagen. Er habe «zu große Angst», berichtete der Vorsitzende Richter nach dem Gespräch, um das der Mann vorab gebeten hatte. Er musste trotzdem vor der Richterbank Platz nehmen. «Wir wollen hier keine geheimen Sachen machen», sagte der Vorsitzende und bot an, dass er mit dem Zeugenschutz sprechen kann.

Vor anderthalb Monaten sei ein Libanese zu ihm gekommen und hätte gesagt, dass Leute ihn gefragt hätten, ob er ihn kenne. Allein die Frage sei «eine Drohung», erzählte der Mann, der eine zeitlang mit dem 23-Jährigen im Gefängnis war. Weil er in zwei Fällen bei der Aufklärung half, hatte er mit einer Berufung in seinem Fall Erfolg und bekam Bewährung statt Haft. Anders als bei der Polizei berief er sich vor Gericht weitgehend darauf, dass er sich nicht erinnert.

Dabei hatte er aktenkundig auch im Ermittlungsverfahren Grünes Gewölbe dazu beigetragen, den Brand in der Tiefgarage aufzuklären. Dort hatten die Täter ein Fluchtauto angezündet, um Spuren zu verwischen. Danach berichtete er bei der Polizei, dass der Angeklagte Sorge hatte, seine Freundin zu verlieren, weil ihn vier bis fünf Jahre wegen Brandstiftung erwarteten. Bei einigen der ihm vorgehaltenen Aussagen meinte er, dass es schon stimmen werde, wenn er es so gesagt habe, bei anderen, dass er es nicht wisse.

Die jungen Männer zwischen 23 und 28 Jahren sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Die Deutschen stammen aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie. Sie sollen am Morgen des 25. November 2019 aus der Schatzkammer Grünes Gewölbe 21 Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro gestohlen und zudem Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben. Der Einbruch hatte international für Schlagzeilen gesorgt, von der Beute fehlt bisher jede Spur.

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