Sieben Jahre nach der Insolvenz des ehemaligen Fahrradbauers Mifa AG Sangerhausen muss sich der damalige Vorstand von Mittwoch (09.00 Uhr) an vor dem Landgericht Halle verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten besonders schweren Betrug vor, wie das Gericht mitteilte.
Der Ex-Manager soll als damaliger Alleinvorstand veranlasst haben, dass die Verhältnisse der Kapitalgesellschaft jahrelang falsch oder verschleiert dargestellt wurden. Dadurch seien Anleger getäuscht und finanziell geschädigt worden. Der Angeklagte habe sich bisher nicht dazu geäußert. Bei einer Verurteilung drohten ihm zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft.
Die Fahrradproduktion hat in Sangerhausen (Landkreis Mansfeld-Südharz) eine mehr als 110 Jahre lange Tradition. Die Mifa AG hatte sich nach 1990 gegründet. 2004 war das Unternehmen an die Frankfurter Börse gegangen. 2014 meldete die Firma Insolvenz an. Hunderte Beschäftigte der Firma sowie Zulieferfirmen waren davon betroffen. Das Unternehmen galt als einer der absatzstärksten Fahrradhersteller in Deutschland und in der Region als einer der größten Arbeitgeber für Generationen von Beschäftigten.