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Mehr Arbeitsausfall durch Ängste in der Corona-Pandemie

Stifte liegen auf den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für Arbeitnehmer. / Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Stifte liegen auf den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für Arbeitnehmer. / Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Noch sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht restlos geklärt. Viele Betroffene haben die Erkrankung schon am eigenen Leib erfahren - auch als seelisches Leiden.

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Probleme 2021 in Sachsen steigen lassen. Nach einer Analyse der DAK-Gesundheit gibt es zum Beispiel mehr Arbeitsausfall durch Ängste. Die Kasse hatte Daten von rund 55.000 Beschäftigten in Sachsen ausgewertet. Demnach hatten Frauen wegen seelischer Leiden fast doppelt so viele Fehltage wie Männer. Eine solche Krankschreibung dauerte im Schnitt knapp 34 Tage - 2019 waren es noch rund 29 Tage.

Nach Angaben der DAK gab es bei Beschäftigten wegen psychischer Probleme statistisch 2,7 Fehltage pro Kopf, knapp neun Prozent mehr als vor der Pandemie. Unter den psychischen Diagnosen wurde der größte Anstieg bei Angststörungen registriert - um 25 Prozent. «Angst ist eigentlich eine natürliche körperliche Reaktion auf bedrohliche, ungewisse oder unkontrollierbare Situationen. Doch dieser biologische Mechanismus kann aus den Fugen geraten und irgendwann zur Krankheit werden», erklärte die sächsische DAK-Chefin Christine Enenkel. Laut Statistik nahm die Zahl der Fehltage bei psychischen Erkrankungen von 2011 bis 2021 um insgesamt 47 Prozent zu. Im Vergleich aller Krankheitsgruppen sei das der größte Anstieg, hieß es. «Unser Report zeigt, dass viele Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders unter den anhaltenden Belastungen der Pandemie leiden», erklärte die DAK-Leiterin.

Betroffene fänden sich schwerer wieder in ihren Berufsalltag zurück, sagte Enenkel. Das habe viel mit den besonderen Arbeitsbedingungen unter Corona zu tun, auch mit einer Stigmatisierung. Menschen würden in der Familie und der Praxis mittlerweile offener über Depressionen oder Ängste sprechen. «Aber in der Arbeitswelt müssen wir noch mehr tun, damit psychische Probleme nicht tabuisiert werden.»

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