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Landesstelle gegen die Suchtgefahren lehnt Cannabisabgabe ab

Eine illegale Hanf-Plantage, entdeckt bei einer Drogenrazzia. / Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Eine illegale Hanf-Plantage, entdeckt bei einer Drogenrazzia. / Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS) befürwortet die von der künftigen Berliner Ampel-Regierung geplante kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene nicht. Die damit einhergehenden Risiken wären größer als die erhofften Chancen, sagte SLS-Geschäftsstellenleiter Olaf Rilke. Trotz Abgabeverbot an unter 18-Jährige sei zu befürchten, dass aufgrund der breiteren Verfügbarkeit insbesondere bei Kindern und Jugendlichen cannabisbezogene Suchtprobleme zunehmen werden.

«Hier wäre der Gesetzgeber aufgefordert, Präventionsarbeit und Hilfeangebote zu stärken», sagte Rilke. Doch dieser Aspekt käme bisher in der Diskussion zu kurz. Die mit der Liberalisierung der Drogenpolitik einhergehende Entkriminalisierung von Cannabis sei jedoch zu unterstützen. Statt der derzeit noch strafrechtlichen Verfolgung sogenannter Cannabis-Konsumdelikte wären deshalb andere Modelle hinsichtlich deren ordnungsrechtlicher Bewertung zu diskutieren.

Laut SLS kamen 2020 innerhalb der sächsischen Suchthilfe Probleme im Zusammenhang mit Cannabis seltener auf als Probleme mit Alkohol oder Crystal. Deshalb sieht Rilke neben der Diskussion um die kontrollierte Abgabe von Cannabis vor allem Handlungsbedarf zur Reduktion des Alkoholkonsums sowie -missbrauchs. Denkbar sei etwa, durch Abgabebegrenzungen, Preiserhöhungen, Werbebeschränkungen und Stärkung der Präventionsarbeit der Problematik entgegenzuwirken. «Hinsichtlich der Werbebeschränkungen gibt es zu begrüßende Verlautbarungen in den Koalitionspapieren, die wir uns im Bereich Alkohol, Tabak und Glücksspiel seit vielen Jahren wünschen», sagte Rilke weiter.

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