Zahlreiche Menschen protestieren in Dresden gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten zum Jahrestag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Drei Demonstrationszüge aus der Neustadt und der Südvorstadt führten am Vormittag zur zentralen Kundgebung am Postplatz. Eine weitere Versammlung gab es an der Freiberger Straße. Insgesamt sammelten sich schätzungsweise 3.000 Teilnehmer. Die Polizei nannte keine offiziellen Zahlen.
Die Stimmung war dort am frühen Nachmittag friedlich, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Mehrere Parteien sind mit parlamentarischen Beobachtern vor Ort und begleiten das Versammlungsgeschehen.
Polizei setzt Pfefferspray gegen Demonstranten ein
Am Nachmittag startete der rechtsextreme Aufmarsch vom Bahnhof Dresden-Mitte mit schätzungsweise etwa 1.000 Teilnehmern; auch hier gab es von der Polizei keine offizielle Zahl. Gegendemonstranten versuchten, die Strecke mit Sitzblockaden zu blockieren. Dort kam es zu Gerangel mit der Polizei. Bei der Räumung der Strecke verwendeten die Beamten laut Polizeiangaben Pfefferspray. «Grundsätzlich sind wir aber ganz zufrieden mit dem Verlauf bisher», sagte Sprecher Thomas Geithner vor Ort.
Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen britischer und amerikanische Bomber in Schutt und Asche gelegt worden. Nach Zahlen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren. Auch in diesem Jahr haben sie einen «Trauermarsch» organisiert und dafür 1.000 Teilnehmer angemeldet. 2025 waren mehr als die doppelt so viele gekommen.
Polizei mit Großaufgebot
Die Anreise der Versammlungsteilnehmer beider Seiten lief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle. «Wir haben größere Bahnanreisen aus Leipzig und auch aus dem Chemnitzer Raum gehabt, was gut funktioniert hat», sagte Geithner. Die beiden Lager seien sich unterwegs nicht begegnet.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, um die beiden Lager voneinander zu trennen. Hinter den Absperrgittern am Postplatz, dem zentralen Kundgebungsort von «Dresden Wi(e)dersetzen», hat die Polizei zwei Wasserwerfer platziert, wie ein dpa-Reporter berichtete. Allerdings hätten die Teilnehmer nichts zu befürchten, wenn sie friedlich bleiben und nicht gegen Einsatzkräfte vorgehen, hieß es bei einer Durchsage. Sonst würden die Wasserwerfer jedoch als Zwangsmittel eingesetzt.
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