Dresden steht zum 81. Jahrestag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg ein angespanntes Wochenende bevor. Gegen den geplanten Aufmarsch von Neonazis mitten in der Stadt sowie weitere Aktionen der rechtsextremen Szene formiert sich am Freitag und Samstag erneut Protest. Das Landesamt für Verfassungsschutz geht von einer angespannten Lage aus, die sich durch Provokationen und Blockadeaktionen weiter aufheizen könnte.
Zerstörung Dresdens von Rechtsextremisten instrumentalisiert
«Die rechtsextremistische Szene missbraucht den Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg, um ihre geschichtsrevisionistischen Narrative in die Öffentlichkeit zu tragen», so der Präsident des sächsischen Verfassungsschutzes, Dirk-Martin Christian, laut einer Mitteilung.
Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber in Schutt und Asche gelegt worden. Nach Zahlen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Rechtsextremisten heben die Luftangriffe bei ihrer Umdeutung des deutschen Überfalls auf andere Länder im Zweiten Weltkrieg als «Freiheitskampf des deutschen Volkes» mittels übertriebener Zahlen von Todesopfern besonders hervor, wie der Verfassungsschutz mitteilt.