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Team Zukunft Markkleeberg - ein Team, viele Möglichkeiten

Eine Gruppe sitzt in einem Seminarraum vor Unterlagen und schaut lächelnd in die Kamera
Gesamtgruppentreffen des Teams Zukunft in Markkleeberg, Foto: Michael Franz
Von: Bürgerjournalismus in Sachsen
Eine Reportage von Michael Franz

Es ist der dritte Montag im Monat und damit Gesamtgruppentreffen beim Team Zukunft (TZ) in Markkleeberg. Kurz vor sechs trudeln langsam die ersten ein. Tobias schließt die Tür zu Raum 2.14 in der Volkshochschule Markkleeberg auf.

Heute sind acht Mitglieder der Gruppe anwesend. Wolfram hat sich Schnitten mitgebracht. Für den Fall, dass es länger dauert. „Wobei zwei Stunden in der Regel reichen“, sagt er. „Wir haben ja noch unser normales Leben,“ fügt Benjamin lächelnd hinzu. „Team Zukunft ist Ehrenamt.“

Für das heutige Protokoll klappt Tobias sein Notebook auf. „Wir organisieren uns neben den Treffen über eine Cloud und Messenger“, sagt er.

Silke und Daniel sind zum dritten Mal dabei. Sie möchten heute offiziell dem Team beitreten und somit den „Schnupperstatus" beenden. Damit wächst die Gruppe erneut. Nach ein paar privaten Gesprächen geht es mit der Tagesordnung los.

Im November 2023 wurde das Team Zukunft gegründet. Auf Einladung der Volkshochschule trafen sich engagierte und neugierige Bürgerinnen und Bürger, um über die zukünftige Entwicklung von Markkleeberg zu sprechen. Initiiert und moderiert wurde dieses erste Treffen von den Gründern des TZ, Frank und Falko. Falko, der zu diesem Zeitpunkt gerade neu nach Markkleeberg gezogen war, hatte sich schon vorher mit Nachbarschaftshilfe und bürgerlichem Engagement beschäftigt.

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„Aus einem ersten losen Gespräch wurde bald eine Idee, aus der Idee ein Projekt und letztendlich eine Bewegung. Gemeinsam wollen wir Markkleeberg aktiv mitgestalten, über den Tellerrand schauen und zeigen, wie Bürgerengagement ganz praktisch aussehen kann“, sagt Falko.

Aus dem ersten Treffen in der Volkshochschule entwickelte sich schnell mehr. In einem Workshop, der gemeinsam mit der Stadtverwaltung und weiteren Interessierten organisiert wurde, ging es konkret um eine bessere Bürgerbeteiligung. Ziele wurden geschärft und eine kooperative Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung verabredet. Später bildeten sich Arbeitsgruppen, ein gemeinsames Zielbild, das bis heute den Kern der Initiative bildet, wurde entwickelt. Aus der Idee von Frank und Falko war somit eine strukturierte, lebendige Gemeinschaft entstanden, die Markkleeberg aktiv und nachhaltig mitgestalten will.

Zurück in die Volkshochschule zum Gesamtgruppentreffen. Es geht um die anstehenden Themen.

Falko macht mit der „AG Naturschutz lokal“ den Anfang. Er spricht über den geplanten Waldspielplatz hinter dem Marktkauf, weitere Baumpflanzaktionen und die zukünftige Möglichkeit, eine App zur Bestimmung potenziell geeigneter Standorte nutzen zu können.

Danach ist Wolfram am Whiteboard. Die erste Stunde ist rum, seine Schnitten sind zur Hälfte aufgegessen. Wolfram spricht für die „AG Stadtentwicklung“. Die AG befasst sich mit der geplanten „Neuen Mitte", dem Radschnellweg, der Neugestaltung des Körnerplatzes - und dem Waldparkplatz. Für den Ausbau des vorhandenen Parkplatzes am Hafen Zörbiger am Cospudener See plant die Stadt 1,3 Hektar Wald zu roden. So steht es im Flächennutzungsplan, über den der Markkleeberger Stadtrat im Juni 2025 abgestimmt hat. Eine Demonstration gegen den Waldparkplatz hat das TZ mitorganisiert, in enger Zusammenarbeit mit dem Ökolöwen der Stadt Leipzig und der Ortsgruppe von Bündnis 90/ Die Grünen. „Zusammengefasst“, stellt Wolfram fest, „war die Demonstration ein großer Erfolg“. Alle aus der Gruppe sind sich einig, hier weiter dranzubleiben und für die Petition gegen den geplanten Waldparkplatz zu werben.

Das ist nur ein Vorhaben. Wie soll es für das Team Zukunft in diesem Jahr weitergehen? Die Ziele sind schnell formuliert. Falko: „Ein großes Thema ist die „Neue Mitte" - Ein Konzept, das Markkleebergs Zentrum noch lieben - und lebenswerter machen soll. Mehr Raum für Bewegung, weniger Lärm, mehr Grün und Klimaanpassung mitgedacht.“ Und Wolfram ergänzt: „Die "Neue Mitte" der Stadt benötigt dieses Jahr die volle Aufmerksamkeit. Der grundhafte Ausbau beginnt. Hier gilt es, den Kern der Neuen Mitte mit dem Höchstmaß an Aufenthaltsqualität zu entwickeln.“

Die zwei Stunden mit dem Team Zukunft sind schnell vorbei. Was diese Gruppe besonders sympathisch macht: Niemand ist Experte. Es reicht, interessiert zu sein und Lust zu haben, die Zukunft der Stadt mitzugestalten. Das Team Zukunft versteht sich dabei als Brücke zwischen der Zivilgesellschaft, der Verwaltung und dem Stadtrat. Hier im Raum 2.14 in der Volkshochschule Markkleeberg wird Zukunft nicht nur geplant - hier wird Zukunft auch gemacht.

Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts "Bürger machen Journalismus" entstanden.
Mehr Informationen zum Projekt - und wie auch Sie teilnehmen können - finden Sie unter: www.buergerjournalismus-sachsen.de

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