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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Lebenswerte Städte selbst mitgestalten

stock.adobe.com @ franz12 DATEI NR.:  245417474
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Jede Stadt ist von einem individuellen Lebensgefühl geprägt, das wiederum stark vom Stadtbild und von seinen Bewohnern beeinflusst wird. Bürgerfreundliche und aktive Stadtplanung ist die Grundlage für die Erschaffung von lebenswerten Orten, die viele Menschen anziehen und ein gesundes, erfülltes Leben sowie Wohlstand versprechen. Die Schaffung einer lebenswerteren Umgebung ist allerdings nicht nur Sache der Stadtverwaltung: Jeder Bewohner und jede Bewohnerin können dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern und die Lebensqualität in ihrer Umgebung zu steigern. Mit diesen hilfreichen Tipps können Bürger das Stadtbild in ihrer Nachbarschaft positiv beeinflussen:

1. Urbanes Gärtnern für Anfänger*innen

Begrünungsmaßnahmen werden von den Städten jedes Jahr durchgeführt, um mehr insektenfreundliche Flächen zu schaffen, die gleichzeitig das städtische Klima abkühlen und den urbanen Raum lebenswerter gestalten. Auch Bürgerinnen und Bürger können sich für eine grünere Umgebung einsetzen und diese Flächen bei anhaltender Hitze wässern, um ein Absterben von Blumen und Bäumen zu verhindern. Ungenutzte Rasenflächen und Unkraut-Beete können Bürger buchstäblich im Vorbeigehen aufwerten: Sogenannte Seed Bombs sind günstig im Internet erhältlich oder können selbst hergestellt werden. Bei Regenwetter werden die Seed Bombs einfach in ungepflegte Beete und Hecken geworfen. Die Natur erledigt den Rest!

Diese Samen eignen sich besonders zum freien Auswerfen und für selbstgemachte Seed Bombs:

  • Glockenblumen
  • Margeriten
  • Mohn
  • Kapuzinerkresse
  • Lavendel
  • Kornblumen
  • Kamille
  • Lichtnelke

2. Urbanes Gärtnern für Fortgeschrittene

Urbane Flächen können Bürger nach Absprache mit der zuständigen Stadtverwaltung auch professioneller nutzen: Verkehrsinseln und ungenutzte Bauflächen können von Bürgern zu Obst-, Gemüse- und Blumenbeeten umfunktioniert werden. Dazu müssen eifrige Gärtner zuerst eine Erlaubnis bei der Gemeinde einholen, um vorhandene Rasenflächen zu entfernen. Niedrige, stammfreie Bepflanzung ist an jedem Straßenrand erlaubt und sogar erwünscht: Für den urbanen Naturschutz sind blühende Verkehrsinseln sogar enorm wichtig. Viele Gemeinden bieten darüber hinaus Patenschaften für Bäume auf ihren Grünflächen an.

Diese Pflanzen eignen sich besonders für urbanes Gärtnern:

  • Himbeeren
  • Kartoffeln
  • Salat und Spinat
  • Kohlpflanzen
  • Portulak

Wissenswerte Fakten zu urbaner Begrünung im Überblick

  • Sommerblumen ohne Stamm dürfen überall ausgesät werden.
  • Um Verkehrsinseln und unversiegelte Flächen in der Stadt als Blumenbeete zu nutzen, sollten Hobbygärtner ihre Gemeinde informieren und eine Erlaubnis einholen.
  • Niedrige Rasenkanten, Solarleuchten und andere Dekogegenstände dürfen aufgestellt werden, solange der Straßenverkehr nicht eingeschränkt wird.
  • Wer sichergehen will, dass das selbst angelegte Blumenbeet nicht abgemäht wird oder Deko Elemente als Müll entsorgt werden, sollte immer eine Erlaubnis der Gemeinde einholen. Ungenutzte Bauflächen werden in vielen Gemeinden auch als günstige Kleingartenflächen vermietet.

3. Regionale Kultur unterstützen

In jeder Region bilden sich individuelle Kunst- und Kulturszenen, die die Lebensqualität laut UNESCO maßgeblich beeinflussen und deshalb gefördert werden sollten. Von Kleinkünstlern bis hin zu vielversprechenden Tech-Startup gibt es in jeder Nachbarschaft viele kreative Köpfe, die nur darauf warten, ihre Ideen auf freien Bühnen und in offenen Schaukästen präsentieren zu dürfen. Kulturveranstaltungen und Vereine fördern die Integration und erhöhen das allgemeine Wohlbefinden, genau wie die Arbeit von Straßenkünstlern und Berufskünstlern. 

Tipps zur kulturellen Gestaltung der Nachbarschaft

  • Für jede Interessengruppe eignen sich lokale Gastronomiebetriebe als Treffpunkte: Von Treffen unter Computer- oder Aquarium-Freunden über Rollenspiel-Abende unter Profis bis hin zu politischen Stammtischen und Buchclubs können Bewohner lokale Gastronomien nutzen, um offene Runden einzurichten, denen sich Interessierte jederzeit anschließen können.
  • Straßenmusiker und bildende Straßenkünstler benötigen für öffentliche Auftritte eine tagesgültige Genehmigung, die beim Bürgeramt eingeholt werden kann. Spielzeit und -ort werden von der Gemeinde genau vorgegeben.
  • Viele Gemeinden unterstützen Schriftsteller, Fotografen und andere freie Künstler mit Aufenthaltsstipendien und regionalen Preisen.

4. Innenstädte beleben

In Sachsen klagen viele Städte über zu hohe Mietpreise bei gleichzeitigem Leerstand. Je bunter und individueller Innenstädte gewerblich aufgestellt sind, desto ansprechender und lebenswerter werden diese von Touristen und Bewohnern wahrgenommen. Multikulturelle Essensangebote und Bummelwaren wie Kleidung, Dekoartikel und Handgemachtes schaffen verschiedene Wohlfühlorte in der Stadt, die unterschiedliche Menschen anziehen und die Straßen beleben. Eine wirksame Maßnahme zur Erhöhung der Lebensqualität in Fußgängerzonen sind autofreie Innenstädte. Immer mehr zentrale Straßen und Parkplätze werden durch Begegnungszonen für Bummler und Touristen ersetzt.

5. Direkte Nachbarschaftspflege von Tür zu Tür

Viele städtische Bewohner kennen ihre Nachbarn gar nicht und fühlen sich in der eigenen Nachbarschaft nicht besonders sicher. Mit Straßenfesten und offenen Nachbarschaftsgruppen können Menschen Begegnungsräume für sich und ihre Nachbarn schaffen und über das distanzierte "Hallo" und "Tschüss" hinauskommen. Straßenfeste lassen sich individuell gestalten, damit jeder seine Ideen und Fähigkeiten einbringen kann. Beim städtischen Marktamt können Interessierte entsprechende Genehmigungen für Straßensperren, Ausschankerlaubnis, Stromzugang und Gewerbeerlaubnis für Verkaufsstände einholen.

Das ist bei der Planung von Straßenfesten zu beachten

  • Beim Marktamt müssen Genehmigungen zur Sondernutzung von Straßen und Gehwegen eingeholt werden.
  • Auch für die Nutzung von Licht, Wasser und Musik werden entsprechende Genehmigungen von der Stadt und der GEMA benötigt.
  • Werden alkoholische Getränke verkauft, benötigen Veranstalter zusätzlich eine Ausschankerlaubnis.
  • Für den gewerblichen Verkauf auf Straßenfesten benötigen die Verkaufsstände Sondergenehmigungen der Stadt.
  • Thematisch können sich Straßenfeste ganz nach den Interessen der Bewohner richten: Vom Heavy Metal Straßenfest über CSDs bis hin zu Kinderfesten mit Ritter-, oder Raumfahrt-Ästhetik ist alles erlaubt, was Menschen ohne Gefahr zusammenbringt.