Die Landeshauptstadt Dresden bereitet sich auf steigende Flüchtlingszahlen vor. Für das Jahr 2026 erwartet die Stadt rund 1.450 neu zugewiesene Geflüchtete – das sind 290 mehr als im Vorjahr. Grund für den Anstieg ist vor allem die anhaltend angespannte Lage in der Ukraine. Die Zahl der Schutzsuchenden von dort nimmt weiter zu.
Für 2026 rechnet die Stadt mit rund 850 Asylsuchenden und etwa 600 ukrainischen Schutzsuchenden. Die Prognose basiert auf aktuellen Migrationsdaten, bleibt jedoch unsicher – geopolitische Entwicklungen können die Lage jederzeit verändern. Hoffnung auf Entlastung setzt die Stadt in das Solidaritätsabkommen der EU, das ab Juli 2026 ein gerechteres Verteilverfahren innerhalb Europas bringen soll.
Derzeit leben 3.758 Geflüchtete in Dresden – verteilt auf 1.002 Wohnungen und 13 Übergangswohnheime mit insgesamt 3.824 Plätzen. 79 Prozent der Menschen wohnen dezentral in Wohnungen. Alleinstehende Asylbewerberinnen und -bewerber starten ihren Aufenthalt meist in Wohnheimen, während Familien und alleinstehende Frauen bevorzugt in Wohnungen untergebracht werden. Die Stadt passt ihre Kapazitäten regelmäßig an den Bedarf an. 2025 wurden mehrere Einrichtungen geschlossen, darunter alle Containerbauten sowie die Unterkünfte an der Hermann-Mende-Straße und der Löbtauer Straße. Neu hinzugekommen sind Unterkünfte für besonders schutzbedürftige Personen an der Alexander-Herzen-Straße und der Bautzner Straße. Ab April 2026 wird die Kapazität der Unterkunft an der Lingnerallee (ehemals „City Herberge“) erweitert. Im Gegenzug kann die kostenintensive Einrichtung in der Gustav-Hartmann-Straße in Laubegast zum 31. März 2026 geschlossen werden. Die dort lebenden Menschen werden schrittweise in andere Unterkünfte verlegt – mit besonderem Augenmerk auf die Fortsetzung von Integrationsprozessen, etwa durch wohnortnahe Schulplätze für Kinder. Begleitende Angebote sollen den Umzug erleichtern.