Die Dresdner Stadtverwaltung vollzieht eine strategische Kehrtwende bei der Unterbringung ihrer Mitarbeitenden: Statt das geplante Verwaltungszentrum II (VWZ II) am Ferdinandplatz neu zu bauen, setzt die Stadt auf die Sanierung bestehender denkmalgeschützter Gebäude. Die Vorlage "Verwaltungsunterbringung 2030+" sieht vor, das Ordnungsrathaus in der Theaterstraße 11-15 sowie das Sozialrathaus in der Junghansstraße 2 umfassend zu modernisieren. Das letzte Wort hat aber der Stadtrat.
Erhalt von Baudenkmälern und umfangreiche Abmietungen
Ein zentrales Argument für Variante 1 ist der Erhalt der Baudenkmäler im Eigentum der Stadt. Sowohl das Ordnungsrathaus als auch das ehemalige Ernemann-Werk in der Junghansstraße sind architektonisch wertvolle Gebäude mit Geschichte. Durch die Sanierung bleiben sie der Stadtgesellschaft erhalten und können für moderne Verwaltungsarbeit ertüchtigt werden.
Gleichzeitig ermöglicht die Variante umfangreiche Abmietungen: Zahlreiche dezentrale Standorte, die die Stadt derzeit anmietet, können aufgegeben werden. Das spart langfristig Mietkosten und bündelt die Verwaltung an zentralen Standorten. Durch den Verkauf des Grundstücks für das VWZ II am Ferdinandplatz, des Grundstücks für den Anbau an der Theaterstraße sowie der Freiberger Straße 31 fließen der Stadt zudem Einnahmen zu.
Ziel: Zentralisierung von 3.765 Mitarbeitenden
Die Unterbringungsstrategie "Verwaltung 2030+" verfolgt das Ziel, die Kernaufgaben der Landeshauptstadt Dresden im Stadtzentrum unter Anwendung des Gleichzeitigkeitsfaktors zu bündeln. Etwa 3.765 Verwaltungsmitarbeitende sollen zentralisiert werden. Das erhöht die Bürgerfreundlichkeit durch Synergien der Ämter und optimiert die Wegebeziehungen. Gleichzeitig bleibt die Digitalisierung gesamter Verwaltungsprozesse ein zentrales Anliegen.
Sogenannte "Sozialraumgebundene Verortungen" – etwa Bürgerbüros in den Stadtteilen – bleiben erhalten. Das Neue Rathaus bleibt neben dem Stadtforum zentraler Verwaltungsstandort. Die Komplexsanierung des denkmalgeschützten Neuen Rathauses mit rund 48.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche wird bis Ende 2029 fortgeführt.