Dresden wird weiter wachsen, aber nicht mehr so stark wie noch vor wenigen Jahren angenommen. Das ist das Ergebnis der neuen Bevölkerungsprognose der Kommunalen Statistikstelle, nach der die Einwohnerzahl bis Mitte 2040 um rund 16.400 Personen auf etwa 587.900 steigen wird. Das entspricht einem moderaten Wachstum von 2,9 Prozent innerhalb der kommenden 15 Jahre. Positiv auf die Bevölkerungsentwicklung wirken sich vor allem zusätzliche Zuzüge von Fachkräften aus, die durch Erweiterungen bestehender Unternehmen und geplante Neuansiedlungen im Dresdner Norden erwartet werden. Das weiterhin niedrige Geburtenniveau verhindert jedoch eine stärkere Wachstumsdynamik, wie sie noch in der Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2023 angenommen worden war.
Weniger Kinder und Jugendliche, mehr Ältere
Die einzelnen Altersgruppen entwickeln sich bis 2040 sehr unterschiedlich. Die Anzahl von Kindern wird sich insgesamt zunächst weiter verringern. Die Höchstzahl der 3-Jährigen lag im Jahr 2019 bei 6.074 und wird im Jahr 2028 ein Minimum von 3.840 Kindern erreichen. Der bei den 6-Jährigen im Jahr 2022 erreichte Höchstwert von 5.914 wird sich bis zum Jahr 2031 auf 3.830 Kinder verringern. Danach kann unter den getroffenen Annahmen wieder mit leicht steigenden Zahlen gerechnet werden. Im Vergleich zur Jahresmitte 2025 wird sich die Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren bis 2040 um etwa 22 Prozent verringern. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die Kita- und Schulplanung der Stadt.
Während auch die Zahl der 30- bis 44-Jährigen leicht rückläufig sein wird, sind dagegen Zuwächse im erwerbsfähigen Alter jenseits dieser Altersklasse zu erwarten, was insgesamt zu einem Anstieg der Personenzahl im erwerbsfähigen Alter sorgt. Bei den Seniorinnen und Senioren werden bis 2040 moderate Zuwächse erwartet. Die Gruppe der 65- bis 74-Jährigen wird um etwa 3.500 Personen zunehmen, was einem Plus von 6 Prozent entspricht. Die Zahl der 85-Jährigen und Älteren wird noch bis 2029 auf knapp 29.400 Personen steigen und danach bis 2040 wieder auf 26.700 Personen absinken. Das Durchschnittsalter der Dresdner Bevölkerung steigt leicht von aktuell 43,7 auf 44,8 Jahre im Jahr 2040.
Starke Unterschiede zwischen den Stadtteilen
Auf Stadtteilebene zeigt sich bis 2035 eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Die hohe Bautätigkeit sorgt in zentrumsnahen Stadtteilen wie Mickten (plus 22 Prozent), Pirnaische Vorstadt (plus 21 Prozent) und Friedrichstadt (plus 20 Prozent) für eine stark wachsende Einwohnerzahl. Die höchsten Bevölkerungsrückgänge sind dagegen vor allem in Stadtteilen am Stadtrand zu erwarten. Besonders betroffen sind Loschwitz/Wachwitz (minus 8 Prozent), Lockwitz sowie Hosterwitz/Pillnitz (jeweils minus 6 Prozent). Hauptursachen sind dort ein hohes Durchschnittsalter und geringe Geburtenzahlen. Im Jahr 2025 wird mit einem Durchschnittsalter von 37,9 Jahren die Friedrichstadt der jüngste und mit 51,4 Jahren Hosterwitz/Pillnitz der älteste Stadtteil sein.
Geburten bleiben auf niedrigem Niveau
Statistisch gesehen bekommt zurzeit eine in Dresden lebende Frau 1,1 Kinder. Diese zusammengefasste Geburtenziffer lag 2018 noch bei 1,54. In der Prognose wird angenommen, dass sie bis 2035 wieder auf 1,3 steigt und danach langfristig auf diesem Niveau verbleibt. Unter diesen Annahmen wird die Zahl der Lebendgeborenen von 4.100 Mitte 2025 wieder langsam auf knapp 5.200 im Jahr 2040 anwachsen. Die Zahl der Gestorbenen pro Jahr wird zunächst bis 2032 auf fast 6.500 zunehmen und danach altersstrukturbedingt wieder leicht sinken. Der Saldo zwischen Geborenen und Gestorbenen bleibt damit deutlich negativ und beträgt bis zum Jahr 2040 insgesamt 24.500 Personen.
Fachkräftezuzug als Wachstumsmotor
Das Wachstum Dresdens wird maßgeblich durch Wanderungsbewegungen geprägt. Durch die Erweiterung und Neuansiedlung von Unternehmen im Dresdner Norden werden in den Prognosejahren bis 2032 knapp 5.000 zusätzliche Zuzüge angenommen, die hauptsächlich von außerhalb der Region und dem Ausland stammen. Die Kommunale Statistikstelle weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei der Bevölkerungsprognose nicht um eine Vorhersage, sondern um eine sogenannte Wenn-Dann-Aussage handelt. Aufgrund zahlreicher gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und demografischer Einflussfaktoren sind die Unsicherheiten der langfristigen Bevölkerungsentwicklung als sehr hoch einzuschätzen.