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Windenergie in Sachsen: Alt-Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff nutzen

18.06.2020 von

Foto: Symbolbild Windräder / pixabay distelAPPArath
Leipzig, 18.06.2020: Der Bundesverband Windenergie in Sachsen begrüßt die neue Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. In Sachsen könnten Altanlagen, die Ende 2020 aus der EEG-Förderung fallen, in Zukunft grünen Wasserstoff erzeugen. Doch für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft sind regulatorische Anpassungen und kreative Lösungen vor Ort notwendig.

Die Zeit drängt: Ende 2020 fallen in Sachsen 354 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 273 Megawatt (MW) aus der festen Einspeisevergütung nach dem EEG. „Durch die Corona-Krise sind die Strompreise an der Börse noch einmal gesunken, für einen Großteil dieser Anlagen wird sich der Weiterbetrieb nicht mehr lohnen,“ warnt Prof. Dr. Martin Maslaton, Vorsitzender des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) in Sachsen. Werden diese Anlagen abgebaut, lassen sich die Klimaziele des Landes kaum erreichen.

Eine gute Lösung für Klima und Beschäftigung vor Ort könnte die neue Wasserstoffstrategie der Bundesregierung bieten. „Mit unseren Altanlagen, die noch viele Jahre günstig grünen Strom erzeugen können, könnten wir zeitnah in die Produktion von grünem Wasserstoff einsteigen und Sachsen zum Vorreiter bei der Wirtschaft mit dem Energieträger der Zukunft machen“, erklärt Kerstin Mann, stellvertretende Vorsitzende im BWE Sachsen.

Wasserstoff: vielfältig einsetzbar

Einsatzmöglichkeiten für grünen Wasserstoff sind zahlreich: Für die traditionsreichen Industriegebiete rund um die Lausitz könnte die Wasserstofftechnologie zum Treiber des Strukturwandels werden, aber auch Busse des öffentlichen Nahverkehrs in den Städten Sachsens könnten auf Wasserstoffbetrieb umgestellt werden. „Wir müssen Netzwerke aufbauen, um gemeinsam Lösungen zu finden und regional erzeugten grünen Wasserstoff vor Ort zu nutzen“, erklärt Mann. „Für eine Wasserstoffstrategie in Sachsen müssen das Land, die Kommunen und auch die Stadtwerke zusammenarbeiten“, so Mann weiter.

Notwendig sind weiterhin regulatorische Anpassungen: „Die von der Bundesregierung geplanten Vereinfachungen bei den Umlagen und Abgaben für die Produktion von grünem Wasserstoff müssen schnell umgesetzt werden!“, fordert Martin Maslaton. Erst dann hätten die Betreiber Planungssicherheit.

Erzeugung von Wasserstoff: Kein Überschuss grüner Energie in Sachsen

In Sachsen ist der Ausbau der Windenergie in den vergangenen Jahren fast zum Erliegen gekommen. Wasserstoff ist eine Möglichkeit, um den Weiterbetrieb älterer Bestandsanlagen zu ermöglichen, die ansonsten abgebaut werden müssten. Weil Sachsen im Vergleich zu anderen Ländern allerdings über keinen Überschuss an grünen Strom verfügt, werden neue Anlagen dringend für die Ausbauziele bei der Stromerzeugung gebraucht und stehen der Wasserstofferzeugung nicht zur Verfügung.

Für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft, wie er aktuell von den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg in einem Eckpunktepapier vorgestellt wurde, muss dringend die Flächenausweisung für Windenergie in Sachsen beschleunigt werden. Wird Wasserstoff durch Elektrolyse aus Erneuerbaren Energien hergestellt, so ist der Energieträger klimaneutral. Die Erzeugung von Wasserstoff aus fossilen Energieträgern wie Öl und Gas, sogenannten blauen Wasserstoff, lehnt der Verband ausdrücklich ab, weil dieser den Anforderungen des Klimaschutzes nicht gerecht wird.

Pressemitteilung vom Bundesverband Windenergie (BWE) in Sachsen

Für weitere Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Prof. Martin Maslaton, Landesvorsitzender 
Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)
Landesverband Sachsen
Tel 0341-14950-0
sn@bwe-regional.de

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