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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Nein, ich war nicht immer lieb!

Anregung für einen wertschätzenden Jahresrückblick durch den Weihnachtsmann als Garant für ein liebevolles Weihnachtsfests und Auftakt für ein neues Denken in der Erziehung.

Nein, ich war nicht immer lieb. Und das ist auch okay!

Morgen kommt der Weihnachtsmann, um vor den ehrfürchtigen Kleinen die berüchtigte und zugleich gefürchtete Frage zu stellen: „Warst du auch immer lieb?!?“ Mit etwas Glück hat er die Liste mit den zurückliegenden Missetaten auch direkt bei sich, um sie dem Nachwuchs noch einmal auf’s Brot zu schmieren. Scheinbar um sicher zu gehen, dass man zumindest ein Wenig gelitten hat, bevor man sich über seine Weihnachtsgaben freuen darf.

Was würden Sie antworten, wenn der Bärtige die Frage an Sie richten würde? Und weshalb messen Sie eigentlich mit zweierlei Maß? Und das obwohl vermutlich nicht wenige Jahre Lebenserfahrung zwischen Ihnen und Ihrem Nachwuchs liegen und Sie es eigentlich besser wissen könnten.

Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe und Zeit um sich - wenn nicht schon geschehen - einmal mit der Frage zu beschäftigen, wie liebevoll unser Verhalten gegenüber unseren Kindern tatsächlich ist. "Ziemlich anmaßend!“, empfinden Sie vielleicht, weil Sie Nichts mehr lieben als Ihre Kleinen. Ich auch und genau wie alle Eltern, gebe ich stets mein Bestes. Nur ist das Beste eben abhängig von dem, was ich selbst erlebt und gelernt habe und das ist vielleicht nicht immer das Bestmögliche für den Nachwuchs. Zumindest nicht, wenn der Wunsch besteht, diesen zu selbständigen kompetenten Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl heranwachsen zu sehen. Die schlechte Nachricht zuerst: Jegliche Methode, die auf bedingungslose Gehorsam abzielt, ist denkbar ungeeignet, um Selbstwert und Selbstvertrauen gedeihen zu lassen! Und dazu gehört auch die Frage des alten Bärtigen. Und es wird auch nicht besser, wenn Sie Ihre Botschaften in säuselnde Worte packen. Die gute Nachricht zuletzt: Sie haben es in der Hand etwas zu verändern. Jederzeit! Alles was es braucht, sind Eltern, die sich mit Ihren Kindern entwickeln wollen, die den Mut haben, Fehler zu machen und machen zu lassen und die Lust darauf haben, den Menschen und die Bedürfnisse hinter dem „unartigen" Verhalten wirklich kennenzulernen. Wenn Sie und Ihre Familie endlich nicht mehr perfekt sein wollen, lassen Sie sich inspirieren! Es lohnt sich, für Sie, Ihr Kind und die Gesellschaft von morgen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein liebevolles Weihnachtsfest und dass Sie und Ihre Kinder sich über Ihre Weihnachtsgeschenke freuen können, ohne sich vorab für das eigene Verhalten der zurückliegenden zwölf Monate schämen zu müssen!

Doreen Wolf


Foto: Annelie Brux