Seit Wochen blockieren Landwirte mit ihren Traktoren in mehreren europäischen Ländern Autobahnauffahrten, Innenstädte und Straßen, organisieren Sternfahrten auf Hauptstädte wie Berlin und Paris. Sie protestieren damit konkret gegen Dumping-Preise für ihre Produkte bei Discountern und Lebensmittelmärkten und generell wegen geringer Einkommen und steigender Kosten. Alle Proteste wenden sich gegen steigenden bürokratischen Aufwand und Umweltauflagen aus Brüssel.
Die Europäische Union (EU) unterstützt die Landwirtschaft in den Mitgliedstaaten mit jährlich mehr als 50 Milliarden Euro aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Davon gehen gut sechs Milliarden Euro an Deutschland. Die Gelder sind zum Teil an Umweltauflagen geknüpft, deren Einhaltung laufend protokolliert werden muß.
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU verfolgt das Ziel, die Versorgung mit Nahrungsmitteln innerhalb der EU zu gewährleisten und die Einkommen der Landwirte mit Milliarden-Subventionen zu sichern, die sonst im globalen Dumping-Wettbewerb keine Chance hätten. Die GAP ersetzt zu weiten Teilen nationale Agrarförderpolitiken und sieht Direktzahlungen an die Landwirte vor (Basisprämie als Einkommensgrundsicherung und Greening-Prämie für Landbewirtschaftungsmethoden, die dem Klima- und Umweltschutz förderlich sind). Die Kehrseite sind bürokratische Verwendungsnachweise für die laufenden Subventionen. Doch dagegen wenden sich die europaweiten Bauernproteste jetzt konzertiert.