Mit gerade einmal 15 Kilometern pro Stunde tuckert das «Glücksmobil» über die Straße. Es entschleunigt schon beim Zuschauen. Auf dem Traktor mit angehängtem Wassertank sitzt vorn Mike Salomon. Kulturentwickler nennt er sich selbst - und kaum ist er mit seinem Gefährt vorbei, steht auf der Straße mit großen wässrigen Buchstaben «So ein Glück». Wie flüchtig dieses Glück sein kann, zeigt sich schon einige Augenblicke später. Die Sonne leckt den Schriftzug vom Asphalt. «Die Glücksbotschaften sollen zum Nachdenken über das eigene Lebensglück und das der anderen anregen», sagt er und drückt einen Knopf. Schillernd-bunte Seifenblasen verschwinden im Himmel.
Manche schütteln den Kopf über Salomons «Beglückungsmaschine», andere finden sie genial. Seit neun Jahren versucht der ehemalige Tänzer und studierte Choreograf, den Menschen im Osten Sachsens neue Perspektiven jenseits des Bekannten aufzuzeigen. «Vielleicht braucht es Leute von außen ohne Vorurteile, die erstmal zeigen, was alles möglich ist», sagt der gebürtige Spreewälder. Dabei geht es ihm darum, Menschen und Räume in Bewegung zu setzen - und vor allem neugierig zu machen. Sein jüngstes Projekt neben dem «Glücksmobil» sind die «Schwesternhäuser» in Kleinwelka.