In Sachsen wird auch drei Jahrzehnte nach der deutschen Einheit deutlich weniger verdient als im Westen. «Sachsen ist immer noch ein Niedriglohnland. Das muss sich ändern und davon darf auch nicht die aktuelle Corona-Krise ablenken», sagte die sächsische Linke-Politikerin Sabine Zimmermann in ihrer Botschaft zum Tag der Arbeit am Freitag: «Wenn die sächsischen Arbeitgeber gute Fachkräfte haben wollten und möchten, dass sächsische Beschäftigte aus dem Westen zurückkehren, geht dies nur mit höheren Löhnen und guten Arbeitsbedingungen.»
Die Zwickauer Politikerin ist im Bundestag Sprecherin der Linken für Arbeitsmarktpolitik und erfragt regelmäßig Daten zu diesem Thema. Demnach lag Ende 2018 das Entgelt westdeutscher Arbeitnehmer mit einem Vollzeitjob um ein Drittel höher als das der sächsischen. Das sogenannte Medianentgelt lag damals im Freistaat bei 2587 Euro brutto. In Ostdeutschland insgesamt waren es 2707 Euro, in Westdeutschland 3434 Euro. Im sächsischen Vergleich war es im Landkreis Görlitz am geringsten (2272 Euro), in der Stadt Dresden am höchsten (3089 Euro). Median bedeutet, dass es genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Entgelt gibt.