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Anteil der Niedriglöhne in Sachsen noch immer hoch

Sabine Zimmermann (Die Linke), Abgeordnete, spricht. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Archivbild
Sabine Zimmermann (Die Linke), Abgeordnete, spricht. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Archivbild

Schlechte Nachricht zum Tag der Arbeit (1. Mai) in Sachsen: Der Anteil der Menschen, die nur einen Niedriglohn für ihre Arbeit beziehen, ist im Freistaat weiter vergleichsweise hoch. «Über 30 Jahre nach der Wende ist Sachsen immer noch Niedriglohnland. Das ist wirklich beschämend für die sächsische Landesregierung und muss sich dringend ändern», erklärte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) aus Zwickau. Sie hatte Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet.

Demnach ist der Anteil der Niedriglöhne in Sachsen reichlich doppelt so hoch wie in Westdeutschland. Ende 2019 arbeitete gut jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit einem Vollzeitjob für einen Niedriglohn. Bei 33,5 Prozent lag das Entgelt unterhalb der bundeseinheitlichen Schwelle von 2267 Euro brutto pro Monat. In absoluten Zahlen waren das 339 869 Beschäftigte. Bundesweit betrug die Quote 18,8 Prozent, in Westdeutschland 16,3 Prozent. In Sachsen lag das mittlere Einkommen Ende 2019 bei 2695 Euro brutto im Monat. Im Westen waren es bei 3526 Euro brutto, in Ostdeutschland 2827 Euro.

«Wenn die sächsischen Arbeitgeber gute Fachkräfte haben wollen und möchten, dass sächsische Beschäftigte aus dem Westen zurückkehren, geht dies nur mit höheren Löhnen und guten Arbeitsbedingungen», sagte Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag und Chefin des DGB Kreisverbandes Zwickau. Die Corona-Krise dürfe nicht bedeuten, dass nun Beschäftigte jahrelang auf berechtigte Forderungen verzichten müssen: «Zudem wird gerade jetzt den sächsischen Beschäftigten das niedrige Lohnniveau zum Verhängnis, da dadurch das Kurzarbeitergeld zu niedrig ausfällt, um davon leben zu können.» Die Linke fordere daher 90 Prozent des Nettoentgeltes sowie ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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